Han­dy am Steu­er – und die Kame­ra­funk­ti­on

Der Begriff des Benut­zens (§ 23 Abs. 1 a StVO) umfasst auch die Nut­zung der Kame­ra­funk­ti­on eines Mobil­te­le­fons.

Han­dy am Steu­er – und die Kame­ra­funk­ti­on

Ord­nungs­wid­rig im Sin­ne des § 23 Abs. 1a StVO han­delt, wer vor­sätz­lich oder fahr­läs­sig als Fahr­zeug­füh­rer ein Mobil- oder Auto­te­le­fon benutzt, indem er das Mobil­te­le­fon oder den Hörer des Auto­te­le­fons auf­nimmt oder hält. Ein Benut­zen zum Tele­fo­nie­ren ist nicht erfor­der­lich.

Der Begriff des Benut­zens umfasst viel­mehr auch ande­re For­men der bestim­mungs­ge­mä­ßen Ver­wen­dung 1 wie ins­be­son­de­re eine Nut­zung der Mög­lich­kei­ten des jewei­li­gen Gerä­tes als Instru­ment zur Spei­che­rung, Ver­ar­bei­tung und Dar­stel­lung von Daten, d. h. auch Orga­ni­sa­ti­ons, Dik­tier, Kame­ra- und Spie­le­funk­tio­nen 2. Aus­rei­chend ist, dass die Hand­ha­bung Bezug zu einer der Funk­ti­ons­tas­ten hat 3, wie etwa beim Auf­neh­men eines Mobil­te­le­fons wäh­rend der Fahrt zum Aus­le­sen einer gespei­cher­ten Tele­fon­num­mer 4.

Damit lässt sich die vor­lie­gend fest­ge­stell­te Kon­stel­la­ti­on des Hal­tens des Mobil­te­le­fons, um wäh­rend der Fahrt über die Funk­ti­ons­tas­ten des Geräts digi­ta­le Licht­bil­der anzu­fer­ti­gen, unzwei­fel­haft unter die von der höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung zur Nut­zung von Mobil­te­le­fo­nen im Sin­ne des § 23 Abs.1a StVO bereits auf­ge­stell­ten Leit­sät­zen sub­su­mie­ren.

Han­sea­ti­sches Ober­lan­des­ge­richt Ham­burg, Beschluss vom 28. Dezem­ber 2015 – 2 – 86/​15 (RB) – 2 – 86/​15 (RB) – 3 Ss 155/​15 OWi

  1. OLG Köln NZV 2010, 270 mwN[]
  2. vgl. hier­zu schon OLG Ham­burg, Beschluss vom 15.09.2010 – 2 – 64/​10 [RB][]
  3. vgl. OLG Zwei­brü­cken, Beschluss vom 27.01.2014, Az.: 1 SsRs 1/​14; OLG Hamm NZV 2015, 310; OLG Köln NJW 2015, 361, 362; OLG Karls­ru­he DAR 2007, 99 f.[]
  4. vgl. OLG Hamm NZV 2007, 51[]