Straf­ur­teil – Urteils­grün­de – Beweis­wür­di­gung

Die Beweis­wür­di­gung soll kei­ne umfas­sen­de Doku­men­ta­ti­on der Beweis­auf­nah­me ent­hal­ten, son­dern ledig­lich bele­gen, war­um bestimm­te bedeut­sa­me Umstän­de so fest­ge­stellt wor­den sind 1.

Straf­ur­teil – Urteils­grün­de – Beweis­wür­di­gung

Dem­entspre­chend ist regel­mä­ßig ver­fehlt, Zeu­gen­aus­sa­gen in allen – teil­wei­se unbe­deu­ten­den – Ein­zel­hei­ten wie­der­zu­ge­ben 2.

Sind – wie hier – in der Beweis­wür­di­gung ver­schie­de­ne Tat­kom­ple­xe abzu­han­deln, emp­fiehlt es sich zudem, zeu­gen­schaft­li­che Anga­ben the­ma­tisch zuzu­ord­nen und nicht im Rah­men eines ein­zi­gen, geschlos­se­nen Refe­rats – weit­ge­hend ohne kon­kre­ten Bezug – wie­der­zu­ge­ben.

Auch die Ein­las­sung des Ange­klag­ten muss nicht in allen, teils unbe­deu­ten­den Ein­zel­hei­ten wie­der­ge­ben wer­den, zumal wenn die gemach­ten Anga­ben in wei­ten Tei­len den Fest­stel­lun­gen ent­spre­chen. Wer­den Anga­ben des Ange­klag­ten (hier:) zu ein­zel­nen abge­hör­ten Tele­fo­na­ten der Rei­he nach refe­riert, erschwert es zudem die Ver­ständ­lich­keit, wenn der Inhalt der jewei­li­gen Tele­fon­ge­sprä­che – als Bezugs­punkt der ent­spre­chen­den Ein­las­sung – erst deut­lich spä­ter im Urteil mit­ge­teilt wird.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. Janu­ar 2018 – 4 StR 305/​17

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 04.10.2017 – 3 StR 145/​17, NStZ – RR 2018, 23 [Ls ]; vom 30.06.2015 – 3 StR 179/​15; Mey­er – Goßner/​Appl, Die Urtei­le in Straf­sa­chen, 29. Aufl., Rn. 350[]
  2. BGH, Beschlüs­se vom 25.07.2017 – 3 StR 111/​17, Stra­Fo 2017, 458 f. ; vom 31.03.2015 – 3 StR 630/​14; vom 16.09.2013 – 1 StR 264/​13; vom 08.05.2009 – 2 StR 147/​09[]