Der Straf­an­trag der Auf­sichts­stel­le

Die Wirk­sam­keit eines von der Auf­sichts­stel­le nach § 145a Satz 2 StGB gestell­ten Straf­an­tra­ges hängt nicht davon ab, dass der Bewäh­rungs­hel­fer zuvor nach § 68a Abs. 6 StGB gehört wor­den ist 1.

Der Straf­an­trag der Auf­sichts­stel­le

Nach § 68a Abs. 6 StGB ist der Bewäh­rungs­hel­fer vor Stel­lung eines Straf­an­trags zwar zu hören; ein Ein­ver­neh­men muss mit ihm aber nicht erzielt wer­den.

Die Anhö­rung hat nicht nur den Sinn, eine sach­ge­rech­te Ent­schei­dung zu tref­fen, son­dern erfüllt auch den Zweck, Schwie­rig­kei­ten in der wei­te­ren Zusam­men­ar­beit zwi­schen der Auf­sichts­stel­le und dem Bewäh­rungs­hel­fer zu unter­bin­den 2.

Als blo­ße Ver­pflich­tung im Innen­ver­hält­nis kommt ihr kei­ne Außen­wir­kung zu 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 11. Febru­ar 2015 – 5 StR 571/​14

  1. vgl. Münch­Komm-StG­B/Groß, 2. Aufl., § 145a Rn.19; Stern­berg-Lie­ben in Schönke/​Schröder, StGB, 29. Aufl., § 145a Rn. 11; Diet­mei­er in Matt/​Renzikowski, StGB, § 145a Rn. 10; Fischer, StGB, 62. Aufl., § 145a Rn. 13; aA KG, StV 2014, 144 f. mwN; Rog­gen­buck in LK-StGB, 12. Aufl., § 145a Rn. 29; Wol­ters in SK-StGB, 8. Aufl., § 145a Rn. 18[]
  2. vgl. dazu Ers­ter Bericht des Son­der­aus­schus­ses für die Straf­rechts­re­form zum Ent­wurf des EGStGB, BT-Drs. 7/​1261, S. 12[]
  3. vgl. Groß aaO; Diet­mei­er aaO[]