Täterschaft – oder doch nur Teilnahme?

Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist Mittäter, wer nicht nur fremdes Tun fördert, sondern einen eigenen Tatbeitrag derart in eine gemeinschaftliche Tat einfügt, dass sein Beitrag als Teil der Tätigkeit des anderen und umgekehrt dessen Tun als Ergänzung seines eigenen Tatanteils erscheint.

Täterschaft – oder doch nur Teilnahme?

Ob ein Beteiligter ein so enges Verhältnis zur Tat hat, ist nach den von seiner Vorstellung umfassten gesamten Umständen in wertender Betrachtung zu beurteilen.

Wesentliche Anhaltspunkte können der Grad des eigenen Interesses am Taterfolg, der Umfang der Tatbeteiligung und die Tatherrschaft oder wenigstens der Wille zur Tatherrschaft sein, sodass Durchführung und Ausgang der Tat maßgeblich von seinem Willen abhängen1.

In Grenzfällen hat der Bundesgerichtshof dem Tatgericht für die ihm obliegende Wertung einen Beurteilungsspielraum eröffnet. Lässt das angefochtene Urteil erkennen, dass das Tatgericht die genannten Maßstäbe erkannt und den Sachverhalt vollständig gewürdigt hat, so kann das gefundene Ergebnis vom Revisionsgericht auch dann nicht als rechtsfehlerhaft beanstandet werden, wenn eine andere tatrichterliche Beurteilung möglich gewesen wäre2.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 25. Oktober 2016 – 5 StR 255/16

  1. BGH, Urteil vom 15.01.1991 – 5 StR 492/90, BGHSt 37, 289, 291; Beschlüsse vom 29.09.2005 – 4 StR 420/05, NStZ 2006, 94; vom 26.03.2014 – 5 StR 91/14; und vom 14.07.2016 – 3 StR 129/16, StraFo 2016, 392, 393 []
  2. BGH, Urteile vom 17.07.1997 – 1 StR 781/96, NJW 1997, 3385, 3387; vom 20.01.1998 – 5 StR 501/97, NStZ-RR 1998, 136; vom 31.10.2001 – 2 StR 315/01, NStZ-RR 2002, 74, 75; vom 17.10.2002 – 3 StR 153/02, NStZ 2003, 253, 254; vom 10.11.2004 – 5 StR 403/04, NStZ-RR 2005, 71; vom 27.09.2012 – 4 StR 255/12, NStZ-RR 2013, 40, 41; und vom 10.12 2013 – 5 StR 387/13 []