Unei­gent­li­che Orga­ni­sa­ti­ons­de­lik­te – und die Anfor­de­run­gen an die Urteils­grün­de

Für die Tat­fest­stel­lung und Dar­stel­lung im Urteil gel­ten bei einer aus vie­len Ein­zel­ak­ten bestehen­den Tat im Sin­ne eines unei­gent­li­chen Orga­ni­sa­ti­ons­de­likts 1 kei­ne ande­ren Anfor­de­run­gen als bei einer Mehr­zahl gleich­ar­ti­ger, recht­lich selb­stän­di­ger Straf­ta­ten.

Unei­gent­li­che Orga­ni­sa­ti­ons­de­lik­te – und die Anfor­de­run­gen an die Urteils­grün­de

Die Urteils­grün­de müs­sen auch hier die für erwie­sen erach­te­ten Tat­sa­chen ange­ben, in denen die gesetz­li­chen Merk­ma­le der Straf­tat gefun­den wer­den (§ 267 Abs. 1 Satz 1 StPO).

Recht­li­che Kon­kur­renz­fra­gen haben dar­auf kei­nen Ein­fluss 2.

Dies schließt zwar eine zusam­men­fas­sen­de, ins­be­son­de­re tabel­la­ri­sche Dar­stel­lung der Ein­zel­fäl­le und eine Wie­der­ga­be von Gemein­sam­kei­ten der Tat­be­ge­hung nicht aus. Jedoch macht dies grund­sätz­lich Fest­stel­lun­gen zu den Ein­zel­ak­ten des Betru­ges zum Nach­teil ver­schie­de­ner Geschä­dig­ter im Urteil nicht ent­behr­lich.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Mai 2017 – 2 StR 169/​15

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 29.07.2009 – 2 StR 160/​09, NStZ 2010, 103, 104; BGH, Beschluss vom 31.01.2012 – 3 StR 285/​11, StV 2012, 653 f.[]
  2. vgl. für das Ver­hält­nis einer "fort­ge­setz­ten Hand­lung" zu Tat­mehr­heit BGH, Beschluss vom 03.05.1994 – GSSt 2/​93 und 3/​93, BGHSt 40, 138, 159[]