Unter­brin­gung in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus

Die Anord­nung der Unter­brin­gung gemäß § 63 StGB setzt die posi­ti­ve Fest­stel­lung vor­aus, dass der Ange­klag­te eine rechts­wid­ri­ge Tat im Zustand der Schuld­un­fä­hig­keit (§ 20) oder der ver­min­der­ten Schuld­fä­hig­keit (§ 21) began­gen hat.

Unter­brin­gung in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus

Inso­weit ist ins­be­son­de­re zu unter­su­chen, ob in der Per­son des Ange­klag­ten letzt­lich nicht nur Eigen­schaf­ten und Ver­hal­tens­wei­sen her­vor­tre­ten, die sich im Rah­men des­sen hal­ten, was bei schuld­fä­hi­gen Men­schen anzu­tref­fen und übli­che Ursa­che für straf­ba­res Ver­hal­ten ist [1].

Dabei ist die Fest­stel­lung, dass der Ange­klag­te an einem unter die Ein­gangs­merk­ma­le des § 21 StGB fal­len­den krank­haf­ten Zustand von eini­ger Dau­er lei­det, allei­ne nicht aus­rei­chend. Erfor­der­lich ist wei­ter, dass zwi­schen die­sem Zustand und den abge­ur­teil­ten Taten ein sym­pto­ma­ti­scher Zusam­men­hang besteht.

Dies ist nicht der Fall, wenn sich die began­ge­nen Taten im Grund­satz als „jugend­ty­pi­sche“ Delik­te jun­ger Her­an­wach­sen­der dar­stel­len, bei denen auch im Fal­le einer orga­ni­schen Per­sön­lich­keits­stö­rung die Annah­me einer erheb­lich ver­min­der­ten Steue­rungs­fä­hig­keit nicht unbe­dingt auf der Hand liegt.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 19. Febru­ar 2015 – 2 StR 420/​14

  1. vgl. BGH, Urteil vom 02.04.1997 – 2 StR 53/​97, NStZ 1997, 383; BGH, Beschluss vom 15.07.1997 – 4 StR 303/​97, BGHR StGB § 63 Zustand 26[]