Ver­fas­sungs­be­schwer­de im Straf­ver­fah­ren – und der Grund­satz der Sub­si­dia­ri­tät

Im Straf­ver­fah­ren ver­langt der Grund­satz der Sub­si­dia­ri­tät der Ver­fas­sungs­be­schwer­de genügt (§ 90 Abs. 2 BVerfGG) von einem Beschwer­de­füh­rer, der sei­ne Grund­rech­te durch Ver­stö­ße des Tat­ge­richts ver­letzt sieht, die­se im Revi­si­ons­ver­fah­ren so zu rügen, dass eine sach­li­che Befas­sung des Revi­si­ons­ge­richts mit die­sen Rügen mög­lich und hin­rei­chend wahr­schein­lich ist.

Ver­fas­sungs­be­schwer­de im Straf­ver­fah­ren – und der Grund­satz der Sub­si­dia­ri­tät

Im Rah­men der Sach­rü­ge erfor­dert dies grund­sätz­lich sub­stan­ti­ier­te Aus­füh­run­gen zur angeb­li­chen Ver­let­zung mate­ri­el­len Rechts 1.

Dage­gen hat der Beschwer­de­füh­rer des vor­lie­gen­den Falls die Sach­rü­ge ledig­lich all­ge­mein, nicht aber kon­kre­ti­siert im Hin­blick auf sei­ne nun­meh­ri­gen ver­fas­sungs­recht­li­chen Rügen erho­ben. Eine im Aus­gangs­ver­fah­ren ange­kün­dig­te nähe­re Begrün­dung der Revi­si­on hat er eben­falls nicht vor­ge­legt. Damit hat er nicht hin­rei­chend dar­ge­tan, dass sein pro­zes­sua­les Ver­hal­ten im Aus­gangs­ver­fah­ren dem Grund­satz der Sub­si­dia­ri­tät der Ver­fas­sungs­be­schwer­de genügt.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 12. Febru­ar 2020 – 2 BvR 2215/​19

  1. vgl. BVerfG, Beschluss vom 13.02.2008 – 2 BvR 2406/​07, Rn. 2 f.[]