Ver­pflich­tung zur Beweis­erhe­bung im Straf­pro­zess

§ 244 Abs. 2 StPO gebie­tet es, von Amts wegen Beweis zu erhe­ben, wenn aus den Akten oder aus dem Stoff der Ver­hand­lung noch Umstän­de und Mög­lich­kei­ten bekannt oder erkenn­bar sind, die bei ver­stän­di­ger Wür­di­gung der Sach­la­ge begrün­de­te Zwei­fel an der Rich­tig­keit der – auf Grund der bis­he­ri­gen Beweis­auf­nah­me erlang­ten – Über­zeu­gung wecken müs­sen [1].

Ver­pflich­tung zur Beweis­erhe­bung im Straf­pro­zess

Ob die vom Gericht auf Grund der ver­wen­de­ten Beweis­mit­tel gewon­ne­ne Über­zeu­gung aus­reicht oder ob zu ihrer Absi­che­rung oder Über­prü­fung wei­te­re Beweis­mit­tel her­an­zu­zie­hen sind, ist auf der Grund­la­ge von Ver­fah­rens­ab­lauf und Beweis­la­ge des Ein­zel­falls zu beur­tei­len.

Je weni­ger gesi­chert ein Beweis­ergeb­nis erscheint, je gewich­ti­ger die Unsi­cher­heits­fak­to­ren sind, je mehr Wider­sprü­che bei der Beweis­erhe­bung zu Tage getre­ten sind, des­to grö­ßer ist der Anlass für das Gericht, trotz der erlang­ten Über­zeu­gung wei­te­re erkenn­ba­re Beweis­mög­lich­kei­ten zu benut­zen [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 9. Okto­ber 2014 – 4 StR 208/​14

  1. BGH, Urteil vom 09.12 2008 – 5 StR 412/​08, NStZ 2009, 468 f.; Beschluss vom 09.05.1996 – 1 StR 175/​96, NStZ-RR 1996, 299[]
  2. BGH, Urteil vom 05.12 1995 – 1 StR 580/​95, StV 1996, 249[]