Wie­der­erken­nung bei einer Wahl­licht­bild­vor­la­ge – und die Urteils­grün­de

Bei der Wür­di­gung einer zusam­men­fas­sen­den Wer­tung eines Zeu­gen, wie sie das Gericht hier in Bezug auf die Iden­ti­fi­zie­rung des Ange­klag­ten vor­ge­nom­men hat, kommt es auch auf die die­ser Wer­tung zugrun­de­lie­gen­den, von dem Zeu­gen mehr oder weni­ger sub­stan­ti­ier­ten Tat­sa­chen an, hier also dar­auf, wel­che äuße­ren Merk­ma­le für das Wie­der­erken­nen maß­ge­bend waren 1.

Wie­der­erken­nung bei einer Wahl­licht­bild­vor­la­ge – und die Urteils­grün­de

Dies wäre hier umso mehr erfor­der­lich gewe­sen, als der von dem Geschä­dig­ten beob­ach­te­te, hier in Betracht kom­men­de Täter eine Kap­pe trug und sich ein Tuch vor den Mund gebun­den hat­te. Die Urteils­grün­de sind auch des­halb lücken­haft, weil nicht mit­ge­teilt wird, ob und gege­be­nen­falls wel­che Anga­ben der Zeu­ge zu der fest­ge­stell­ten Fehl­stel­lung der Nase des Ange­klag­ten gemacht hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. Febru­ar 2016 – 4 StR 412/​15

  1. vgl. BGH, Urteil vom 09.10.1991 – 3 StR 178/​91[]
  2. BGHSt 37, 22[]