Die Schen­kung als Geld­wä­sche – und die Leicht­fer­tig­keit

Leicht­fer­tig­keit im Sin­ne des § 261 Abs. 5 StGB liegt nur dann vor, wenn sich die Her­kunft des Gegen­stands aus einer Kata­log­tat nach der Sach­la­ge gera­de­zu auf­drängt und der Täter gleich­wohl han­delt, weil er dies aus beson­de­rer Gleich­gül­tig­keit oder gro­ßer Unacht­sam­keit außer Acht lässt 1.

Die Schen­kung als Geld­wä­sche – und die Leicht­fer­tig­keit

Die Leicht­fer­tig­keit ist eine gra­vie­ren­de Form bewuss­ter oder unbe­wuss­ter Fahr­läs­sig­keit, wobei indi­vi­du­el­le Fähig­kei­ten und Kennt­nis­se des Täters zu berück­sich­ti­gen sind 2. Aus­ge­hend von der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist leicht­fer­ti­ges Ver­hal­ten dann gege­ben, wenn sich die Her­kunft des Gegen­stan­des aus einer Kata­log­tat des § 261 Abs. 1 Satz 2 StGB nach der Sach­la­ge gera­de­zu auf­drängt und der Täter den­noch han­delt, weil er dies aus gro­ber Unacht­sam­keit oder Gleich­gül­tig­keit außer Acht lässt.

Vor­sätz­li­che Geld­wä­sche erfor­dert sowohl in den Tat­be­stands­va­ri­an­ten des § 261 Abs. 1 StGB als auch denen des § 261 Abs. 2 StGB hin­sicht­lich der Her­kunft des Gegen­stan­des ledig­lich beding­ten Tat­vor­satz 3.

Gera­de wenn die delik­ti­sche Her­kunft auf­grund gro­ber Unacht­sam­keit ver­bor­gen geblie­ben ist, hat die Geld­emp­fän­ge­rin eine sol­che Mög­lich­keit auch nicht bil­li­gend in Kauf genom­men.

Im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen hat­te sich das Land­ge­richt auf der Grund­la­ge einer umfas­sen­den Gesamt­schau der vor­han­de­nen Beweis­mit­tel rechts­feh­ler­frei davon über­zeugt, dass der Ange­klag­ten die delik­ti­sche Her­kunft der Geschen­ke und des von ihr ent­ge­gen­ge­nom­me­nen Bar­gelds nur auf­grund gro­ber Unacht­sam­keit ver­bor­gen geblie­ben war. Es durf­te sich dabei ins­be­son­de­re dar­auf stüt­zen, dass die Ange­klag­te Kennt­nis von der Vor­stra­fe des Mit­an­ge­klag­ten Se. wegen Steu­er­straf­ta­ten hat­te und wuss­te, dass er bereits im Janu­ar 2012 unter Ali­as-Namen und gefälsch­ten Aus­weis­pa­pie­ren auf­ge­tre­ten war und weder über Geld noch Ein­nah­me­quel­len ver­füg­te. Auch durf­te das Land­ge­richt berück­sich­ti­gen, dass der Ange­klag­ten bekannt war, dass der Mit­an­ge­klag­te Se. ab Spät­som­mer 2012 auf ein­mal wie­der über Geld ver­füg­te und ihr im März/​April 2013 sogar erheb­li­che Geld­be­trä­ge zur Til­gung von Alt­schul­den zur Ver­fü­gung stel­len konn­te, obwohl er im geschäft­li­chen Ver­kehr nur unter Ali­as-Namen in Erschei­nung trat und nach sei­nen vor­he­ri­gen Steu­er­straf­ta­ten über kei­ne Ein­nah­me­quel­le mehr ver­fügt hat­te. Zudem war das Land­ge­richt nicht gehin­dert, in die Gesamt­wür­di­gung ein­zu­be­zie­hen, dass die Ange­klag­te kei­ne Details dazu ange­ben konn­te, auf­grund wel­cher geschäft­li­cher Tätig­kei­ten der Ange­klag­te plötz­lich wie­der über erheb­li­che Geld­be­trä­ge ver­füg­te, obwohl sie sich ein­ge­las­sen hat­te, der Mit­an­ge­klag­te Se. sei nun im Bereich der "Finanz- und Unter­neh­mens­be­ra­tung" tätig, wobei es sich um ein "kon­ti­nu­ier­li­ches lang­sa­mes Wachs­tum gehan­delt habe". Schließ­lich durf­te das Land­ge­richt auch berück­sich­ti­gen, dass die Ange­klag­te trotz ihrer vor­he­ri­gen ein­schnei­den­den Erfah­run­gen mit dem Mit­an­ge­klag­ten Se. gera­de kei­ne Nach­fra­gen zur Her­kunft des Gel­des stell­te.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 13. Juli 2017 – 1 StR 536/​16

  1. vgl. BGH, Urtei­le vom 17.07.1997 – 1 StR 791/​96, BGHSt 43, 158; und vom 24.06.2008 – 5 StR 89/​08, wis­tra 2008, 424 mwN[]
  2. vgl. BT-Drs. 12/​989 S. 28[]
  3. vgl. dazu BGH, Beschluss vom 23.08.2012 – 2 StR 42/​12, wis­tra 2013, 19; LK-StG­B/­Schmid­t/Krau­se, 12. Aufl., § 261 Rn. 21; Fischer, StGB, 64. Aufl., § 261 Rn. 40[]