Vor­sätz­li­che Markt­ma­ni­pu­la­ti­on – und die Fra­ge der Konkurrenzen

Meh­re­re Hand­lun­gen, die auf den­sel­ben tat­be­stand­li­chen Erfolg gerich­tet sind und die­sen her­bei­füh­ren (hier: ein Geschäfts­ab­schluss, der auf den Bör­sen­preis ein­wirkt), kön­nen eine Tat im Sin­ne des § 52 Abs. 1 StGB bil­den1.

Vor­sätz­li­che Markt­ma­ni­pu­la­ti­on – und die Fra­ge der Konkurrenzen

Eine Tat im sach­lich-recht­li­chen Sin­ne kann des­wei­te­ren auch dann vor­lie­gen, wenn meh­re­re, im Wesent­li­chen gleich­ar­ti­ge Hand­lun­gen von einem ein­heit­li­chen Wil­len getra­gen wer­den und auf­grund ihres engen räum­li­chen und zeit­li­chen Zusam­men­hangs so mit­ein­an­der ver­bun­den sind, dass sich das gesam­te Tätig­wer­den bei natür­li­cher Betrach­tungs­wei­se objek­tiv auch für einen Drit­ten als ein ein­heit­li­ches Gesche­hen dar­stellt2.

Dies näher zu erör­tern – und gege­be­nen­falls wei­te­re Fest­stel­lun­gen zu tref­fen – muss sich aber schon dann auf­drän­gen, wenn die bör­sen­preis­be­ein­flus­sen­den Geschäf­te teil­wei­se in zeit­lich sehr engem Zusam­men­hang abge­schlos­sen wur­den. Eine sol­che Chro­no­lo­gie lässt es wenig nahe­lie­gend erschei­nen, dass der Ange­klag­te jede Ver­kaufs­or­der zuvor (im Sin­ne eines neu­en Taten­schlus­ses) neu geplant hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 4. Novem­ber 2020 – 2 StR 32/​20

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 12.04.2011 – 4 StR 22/​11, Rn. 9; SSW-StGB/E­schel­bach, 5. Aufl., § 52 Rn. 32, 49 mwN[]
  2. st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 19.11.2009 – 3 StR 87/​09, Rn. 16; LK-StGB/­Ris­sing-van Saan, 13. Aufl., Vor §§ 52 ff. Rn. 10 ff. je mwN[]

Bild­nach­weis: