Abschie­be­haft – und der nicht ange­zeig­te Umzug

Die Haft zur Siche­rung der Abschie­bung konn­te auch nach dem Ablauf der Frist zur Umset­zung der Rück­füh­rungs­richt­li­nie am 24.12 2011 auf den Haft­grund der Flucht­ge­fahr nach § 62 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 Auf­en­thG in der bis zum 31.07.2015 gel­ten­den Fas­sung gestützt wer­den 1.

Abschie­be­haft – und der nicht ange­zeig­te Umzug

Soll­te es auf den Haft­grund des nicht ange­zeig­ten Auf­ent­halts­wech­sels nach § 62 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 Auf­en­thG ankommt, ist zu beach­ten, dass die­ser Haft­grund nicht nur einen deut­li­chen Hin­weis dar­auf vor­aus­setzt, dass bei einer Ver­let­zung der Anzei­ge­pflicht Abschie­bungs­haft ange­ord­net wer­den kann, son­dern auch erfor­dert, dass die­ser Hin­weis einem Betrof­fe­nen, der Deutsch nicht beherrscht, in sei­ne Mut­ter­spra­che oder eine ande­re Spra­che über­setzt wird, die er beherrscht 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Okto­ber 2016 – V ZB 106/​15

  1. zu den Ein­zel­hei­ten: BGH, Beschluss vom 18.02.2016 – V ZB 23/​15, InfAuslR 2016, 235 Rn. 10, 14 f. und 16 f.[]
  2. BGH, Beschluss vom 14.01.2016 – V ZB 178/​14, FGPrax 2016, 87 Rn. 8[]