Aus­la­gen­er­stat­tung für die erle­dig­te Ver­fas­sungs­be­schwer­de

Nach Erle­di­gung der Haupt­sa­che ist über die Aus­la­gen­er­stat­tung gemäß § 34a Abs. 3 BVerfGG nach Bil­lig­keits­ge­sichts­punk­ten zu befin­den.

Aus­la­gen­er­stat­tung für die erle­dig­te Ver­fas­sungs­be­schwer­de

Bei der Ent­schei­dung über die Aus­la­gen­er­stat­tung kann ins­be­son­de­re dem Grund wesent­li­che Bedeu­tung zukom­men, der zur Erle­di­gung geführt hat. Besei­tigt die öffent­li­che Gewalt von sich aus den mit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de ange­grif­fe­nen Akt oder hilft sie der Beschwer auf ande­re Wei­se ab, so kann, falls kei­ne ander­wei­ti­gen Grün­de ersicht­lich sind, davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass sie das Begeh­ren des Beschwer­de­füh­rers selbst für berech­tigt erach­tet hat. In die­sem Fall ent­spricht es der Bil­lig­keit, sie ohne wei­te­re Prü­fung an ihrer Auf­fas­sung fest­zu­hal­ten und dem Beschwer­de­füh­rer die Erstat­tung sei­ner Aus­la­gen in glei­cher Wei­se zuzu­bil­li­gen, als wenn sei­ner Ver­fas­sungs­be­schwer­de statt­ge­ge­ben wor­den wäre [1].

Eine über­schlä­gi­ge Beur­tei­lung der Erfolgs­aus­sicht der Ver­fas­sungs­be­schwer­de fin­det im Hin­blick auf die Funk­ti­on und die Trag­wei­te der Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts im Rah­men der Ent­schei­dung über die Aus­la­gen­er­stat­tung nicht statt [2].

Nach die­sen Maß­stä­ben ent­spricht es der Bil­lig­keit, neben der Erstat­tung der Aus­la­gen des Beschwer­de­füh­rers im Ver­fah­ren auf Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung auch die Erstat­tung sei­ner not­wen­di­gen Aus­la­gen im Haupt­sa­che­ver­fah­ren anzu­ord­nen [3]. Das Ober­lan­des­ge­richt hat mit sei­nem neu­er­li­chen Beschluss, mit dem es die Zuläs­sig­keits­ent­schei­dung im Aus­lie­fe­rungs­ver­fah­ren auf­hob, die Erle­di­gung des Ver­fas­sungs­be­schwer­de­ver­fah­rens her­bei­ge­führt und in der Begrün­dung zum Aus­druck gebracht, dass es das mit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de gel­tend gemach­te Anlie­gen des Beschwer­de­füh­rers für berech­tigt erach­te­te.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 22. Novem­ber 2019 – 2 BvR 894/​19

  1. vgl. etwa BVerfGE 85, 109, 115; 87, 394, 397; BVerfGK 5, 316, 327 f.[]
  2. vgl. BVerfGE 33, 247, 264 f.; BVerfG, Beschluss vom 29.05.2018 – 2 BvR 2767/​17, Rn. 13[]
  3. vgl. BVerfGE 85, 109, 116[]