Bei­hil­fe­fä­hig­keit von Wahl­leis­tun­gen

Auf der Grund­la­ge der Rege­lung in § 6 a Abs. 1 Nr. 3 BVO hat die recht­li­che Über­prü­fung der Bei­hil­fe­fä­hig­keit von Wahl­leis­tun­gen nach den­sel­ben Kri­te­ri­en zu erfol­gen, die auch für die pri­vat­recht­li­che Bezie­hung des Pati­en­ten zum Kran­ken­haus gel­ten. Danach beur­teilt sich die Ange­mes­sen­heit des Ent­gelts für die Wahl­leis­tung Unter­kunft – hier Zwei­bett­zim­mer – allein nach § 17 Abs. 1 Satz 3 KHEntgG.

Bei­hil­fe­fä­hig­keit von Wahl­leis­tun­gen

Die Fra­ge, ob ein Bei­hil­fe­be­rech­tig­ter auf Grund­la­ge der zivil­recht­li­chen Wahl­leis­tungs­ver­ein­ba­rung das Ent­gelt für die Wahl­leis­tung Unter­kunft im Hin­blick auf des­sen Ange­mes­sen­heit zu bezah­len hat, und die Fra­ge, ob er für die­se Auf­wen­dun­gen Bei­hil­fe erhält, kön­nen danach nur ein­heit­lich ent­schie­den wer­den. Etwas ande­res könn­te nur dann gel­ten, wenn der Ver­ord­nungs­ge­ber im Bei­hil­fe­recht aus­drück­lich eine abwei­chen­de Rege­lung getrof­fen und die Bei­hil­fe­fä­hig­keit über die Rege­lung in § 17 KHEntgG hin­aus beschränkt hät­te. An einer sol­chen ein­deu­ti­gen Bestim­mung fehlt es jedoch.

Die "Gemein­sa­me Emp­feh­lung gemäß § 22 Abs. 1 BPflV/​§ 17 Abs. 1 KHEntgG zur Bemes­sung der Ent­gel­te für die Wahl­leis­tung Unter­kunft", die zwi­schen der Deut­schen Kran­ken­haus­ge­sell­schaft und dem Ver­band der pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung im Jahr 2002 ver­ein­bart wur­de, stellt für die Gerich­te die wesent­li­che Ent­schei­dungs­hil­fe dar, um die Ange­mes­sen­heit des Ent­gelts für die Wahl­leis­tung Unter­kunft zu beur­tei­len 1.

Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 17. April 2012 – 2 S 1730/​11

  1. im Anschluss an BGH, Urteil vom 04.08.2000 – III ZR 158/​99, BGHZ 145, 66[]