Das nicht bezahl­te Mit­tag­essen eines Sol­da­ten

Wenn ein Sol­dat in der Kaser­ne ein Mit­tag­essen nicht zahlt, recht­fer­tigt dies nicht die frist­lo­se Ent­las­sung des Sol­da­ten, weder aus Grün­den der mili­tä­ri­schen Ord­nung noch wegen des Anse­hens der Bun­des­wehr.

Das nicht bezahl­te Mit­tag­essen eines Sol­da­ten

So hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz jetzt eine von der Bun­des­wehr wegen eben die­ses Vor­wurfs aus­ge­spro­che­ne frist­lo­se Ent­las­sung wie­der auf­ge­ho­ben. Der Klä­ger des vom Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz ent­schie­de­nen Falls ist ein Zeit­sol­dat im Dienst­grad eines Haupt­ge­frei­ten. Die Bun­des­wehr warf ihm vor, in der Trup­pen­kü­che der Klotz­berg­ka­ser­ne ein Mit­tag­essen im Wert von 2,70 € nicht bezahlt zu haben. Sie hat ihn des­halb frist­los ent­las­sen. Er habe das Ver­trau­en des Dienst­herrn miss­braucht. Zudem bestehe Nach­ah­mungs­ge­fahr. Der Klä­ger leg­te gegen die Ent­las­sung erfolg­los Beschwer­de ein und hat anschlie­ßend Kla­ge zum Ver­wal­tungs­ge­richt erho­ben. Er bestrei­tet den Vor­wurf.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz hat der Kla­ge des Sol­da­ten statt­ge­ge­ben und die Ent­las­sung auf­ge­ho­ben. Die mili­tä­ri­sche Ord­nung und das Anse­hen der Bun­des­wehr sei­en im Fall des Klä­gers nicht ernst­lich gefähr­det. Eine Nach­ah­mungs­ge­fahr sei man­gels kon­kre­ter Anhalts­punk­te nicht gege­ben. Auch für die Annah­me einer Wie­der­ho­lungs­ge­fahr feh­le es an Grün­den, da der Klä­ger sich bis dahin tadel­los ver­hal­ten habe. Zudem habe der Klä­ger das Mit­tag­essen zumin­dest nach­träg­lich bezahlt.

Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz, Urteil vom 28. Sep­tem­ber 2010 – 2 K 339/​10.KO