Bericht­erstat­tung über das Ver­folgs­schick­sal eines KZ-Häft­lings

Teil­wei­se erfolg­los blieb jetzt vor dem Land­ge­richt Ber­lin die Unter­las­sungs­kla­ge eines ehe­ma­li­gen KZ-Häft­lings vor dem Land­ge­richt Ber­lin. Der Klä­ger, als Kind Häft­ling in Buchen­wald, woll­te dem Direk­tor der „Stif­tung Gedenk­stät­ten Buchen­wald und Mit­tel­bau-Dora“ gericht­lich unter­sa­gen las­sen, über sein Ver­fol­gungs­schick­sal aus dem Jah­re 1944 zu berich­ten. Dabei soll­te er es unter­las­sen, den Namen des Klä­gers zu ver­wen­den und die Wor­te „Opfer­tausch“, „Geret­tet durch Opfer­tausch“ bzw. „Er hat über­lebt, weil ein ande­rer ins Gas geschickt wur­de … und die Lis­ten müs­sen ja stim­men“ zu benut­zen.

Bericht­erstat­tung über das Ver­folgs­schick­sal eines KZ-Häft­lings

Das Land­ge­richt Ber­lin sah die­se For­mu­lie­run­gen jedoch nicht als unwah­re Tat­sa­chen­be­haup­tun­gen an, son­dern als zuläs­si­ge Wer­tun­gen und wies die Kla­ge inso­weit ab. Fer­ner wies es einen Antrag auf Zah­lung einer Ent­schä­di­gung wegen einer Per­sön­lich­keits­ver­let­zung ab.

Bezüg­lich ande­rer Unter­las­sungs­for­de­run­gen, die die Ver­öf­fent­li­chung oder öffent­li­che Dar­stel­lung von Doku­men­ten und Bil­dern betref­fen, – die Ver­öf­fent­li­chung einer Lis­te „Trans­port Ausch­witz“ vom 25. Sep­tem­ber 1944 und die Aus­stel­lung von Ab-bil­dun­gen auf einer Bild­säu­le in der Buchen­wald-Aus­stel­lung – hat das Land­ge­richt Ber­lin das Ver­fah­ren abge­trennt und an das für Buchen­wald ört­lich zustän­di­ge Land­ge­richt ver­wie­sen.

Land­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 22. März 2011 – 27 O 832/​10