Das Ende der EU-Führerscheine

Wie in letz­ter Zeit bereits eini­ge ande­re (Ober-)Verwaltungsgerichte zieht auch der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg mit dem Inkraft­tre­ten der 3. EU-Füh­rer­schein­richt­li­nie einen Schluß­strich unter den EU-Führerscheintourismus:

Das Ende der EU-Führerscheine

Art. 11 Abs. 4 der Richt­li­nie 2006/​126/​EG – 3. Füh­rer­schein­richt­li­nie – ist am 19. Janu­ar 2009 in Kraft getre­ten. Im Rege­lungs­be­reich des Art. 11 Abs. 4 RL 2006/​126/​EG fin­den weder die Fris­ten des Art. 16 Abs. 1 und 2 RL 2006/​126/​EG Anwen­dung noch kommt Bestands­schutz nach Art. 13 Abs. 2 RL 2006/​126/​EG in Betracht.

Die restrik­ti­ve Recht­spre­chung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs, wonach Art. 8 Abs. 4 der Richt­li­nie 91/​439/​EWG – 2. Füh­rer­schein­richt­li­nie – ein eng aus­zu­le­gen­der Aus­nah­me­tat­be­stand zum Grund­satz der gegen­sei­ti­gen Aner­ken­nung von Fahr­erlaub­nis­sen ist, ist auf Art. 11 Abs. 4 UAbs. 2 RL 2006/​126/​EG nach des­sen nach Wort­laut, Sys­te­ma­tik und Ent­ste­hungs­ge­schich­te vor­aus­sicht­lich nicht über­trag­bar. § 28 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 FeV ist mit den gemein­schafts­recht­li­chen Vor­ga­ben des Art. 11 Abs. 4 UAbs. 2 RL 2006/​126/​EG auch inso­weit ver­ein­bar, als die bestands­kräf­ti­ge Ver­sa­gung der Neu­er­tei­lung einer Fahr­erlaub­nis der Ent­zie­hung der deut­schen Fahr­erlaub­nis gleich­ge­stellt wird.

Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg Beschluß vom 21. Janu­ar 2010 – 10 S 2391/​09