Das Tren­nungs­ge­bot von Fern­seh­wer­bung und Fern­seh­pro­gramm

Es liegt ein Ver­stoß gegen das rund­funk­recht­li­che Gebot der Tren­nung von Fern­seh­pro­gramm und Wer­bung vor, wenn zu Beginn der Wer­bung der soge­nann­te Wer­be­tren­ner mit einer Pro­gramman­kün­di­gung ver­bun­den ist.

Das Tren­nungs­ge­bot von Fern­seh­wer­bung und Fern­seh­pro­gramm

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz in dem hier vor­lie­gen­den Fall eine Kla­ge gegen die Unter­las­sung die­ser Art der Wer­bung abge­wie­sen. Die Klä­ge­rin, Ver­an­stal­te­rin des Fern­seh­pro­gramms Sat.1, strahl­te wäh­rend der Unter­bre­chung zwei­er Vor­abend­se­ri­en so genann­te Wer­be­tren­ner zur Ein­lei­tung von Wer­be­blö­cken aus, bei denen unter ande­rem der Schrift­zug "Wer­bung" ein­ge­blen­det wur­de. Dabei wur­den die Wer­be­tren­ner mit einem Pro­gramm­hin­weis auf einen Box­kampf bzw. auf die Sen­dung "The Voice of Ger­ma­ny" ver­bun­den. Die beklag­te Lan­des­zen­tra­le für Medi­en und Kom­mu­ni­ka­ti­on Rhein­land-Pfalz (LMK) bean­stan­de­te dies als unzu­läs­sig und for­der­te die Klä­ge­rin zur künf­ti­gen Unter­las­sung auf. Nach­dem die hier­ge­gen erho­be­ne Kla­ge von Sat.1 vom Ver­wal­tungs­ge­richt abge­wie­sen wor­den war, hat die Klä­ge­rin ihr Ziel vor dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt wei­ter ver­folgt.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz dar­auf hin­ge­wie­sen, dass nach den ein­schlä­gi­gen Bestim­mun­gen des Rund­funk­staats­ver­trags Wer­bung dem Medi­um ange­mes­sen durch opti­sche oder akus­ti­sche Mit­tel oder räum­lich ein­deu­tig von ande­ren Sen­dungs­tei­len abge­setzt sein müs­se. Die­ses Tren­nungs­ge­bot set­ze im Fall der Fern­seh­wer­bung vor­aus, dass der Beginn der Wer­bung durch ein opti­sches Mit­tel, das in der Regel den Schrift­zug "Wer­bung" ent­hal­ten müs­se, gekenn­zeich­net wer­de. Dabei dür­fe das opti­sche Mit­tel in aller Regel nicht mit einer Pro­gramman­kün­di­gung ver­bun­den sein. Denn bei einem Hin­weis auf eige­ne Pro­gram­me und Sen­dun­gen han­de­le es sich um einen redak­tio­nel­len Inhalt und damit um einen Teil des Pro­gramms, von dem sich die Wer­bung abzu­set­zen habe. Die­sen Anfor­de­run­gen hät­ten die genann­ten Wer­be­ban­ner nicht ent­spro­chen, da sie sich nicht dar­auf beschränk­ten, die nach­fol­gen­de Wer­bung anzu­kün­di­gen, son­dern dar­über hin­aus jeweils einen kon­kre­ten Pro­gramm­hin­weis ent­hiel­ten.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 29. April 2014 – 2 A 10894/​13.OVG