Der noten­un­ab­hän­gi­ge Zugang zum lehr­amts­be­zo­ge­nen Mas­ter­stu­di­um

Die Zugangs­re­ge­lung an der Uni­ver­si­tät Osna­brück in Bezug auf ein lehr­amts­be­zo­ge­nes Mas­ter­stu­di­um ist nicht ver­fas­sungs­kon­form und des­halb unwirk­sam.

Der noten­un­ab­hän­gi­ge Zugang zum lehr­amts­be­zo­ge­nen Mas­ter­stu­di­um

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Osna­brück in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Uni­ver­si­tät Osna­brück ver­pflich­tet, die Klä­ge­rin mit Wir­kung zum Som­mer­se­mes­ter 2013 end­gül­tig in den Mas­ter­stu­di­en­gang für das Lehr­amt an Gym­na­si­en im ers­ten Fach­se­mes­ter ein­zu­schrei­ben. Die Uni­ver­si­tät hat­te es abge­lehnt, die Klä­ge­rin für den Mas­ter­stu­di­en­gang zu imma­tri­ku­lie­ren und sich inso­weit dar­auf beru­fen, die im Bache­lor­stu­di­um erziel­ten Leis­tun­gen genüg­ten nicht den in der Zugangs- und Zulas­sungs­ord­nung für den Mas­ter­stu­di­en­gang an der Uni­ver­si­tät Osna­brück (ZZO) fest­ge­leg­ten Zulas­sungs­vor­aus­set­zun­gen.

Bereits in einem Ver­fah­ren des vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes hat­te das Ver­wal­tungs­ge­richt die Uni­ver­si­tät ver­pflich­tet, die Klä­ge­rin vor­läu­fig vom Som­mer­se­mes­ter 2013 an zum Mas­ter­stu­di­um zuzu­las­sen 1. Die­se Ent­schei­dung ist vom Nie­ders. Ober­ver­wal­tungs­ge­richt bestä­tigt wor­den 2.

Nun hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Osna­brück in sei­ner Urteils­be­grün­dung deut­lich zum Aus­druck gebracht, dass die Zugangs­re­ge­lung in Bezug auf ein lehr­amts­be­zo­ge­nes Mas­ter­stu­di­um als nicht ver­fas­sungs­kon­form und des­halb als unwirk­sam zu beur­tei­len ist. Es hat dazu aus­ge­führt, die den Zugang zum Mas­ter­stu­di­um beschrän­ken­den Bestim­mun­gen der ZZO bil­de­ten für Lehr­amts­stu­di­en­gän­ge eine an Noten ori­en­tier­te unzu­läs­si­ge Hür­de für das für einen berufs­qua­li­fi­zie­ren­den Abschluss not­wen­di­ge wei­te­re Stu­di­um. Durch die Zugangs­be­schrän­kung wer­de der erfolg­rei­che Abschluss eines lehr­amts­be­zo­ge­nen Bache­lor­stu­di­en­gan­ges für einen Absol­ven­ten, der die in der ZZO fest­ge­leg­ten Noten nicht errei­che, wert­los, denn ein mit Erfolg abge­schlos­se­nes Bache­lor­stu­di­um ver­lei­he weder in recht­li­cher noch in tat­säch­li­cher Hin­sicht die Qua­li­fi­zie­rung für die Aus­übung des Leh­rer­be­ru­fes. Die Befä­hi­gung, an einer all­ge­mein­bil­den­den Schu­le zu unter­rich­ten, set­ze nach den ein­schlä­gi­gen Vor­schrif­ten unab­ding­bar vor­aus, dass der Leh­rer das für das jewei­li­ge Lehr­amt vor­ge­schrie­be­ne Stu­di­um mit einem Mas­ter­grad (Mas­ter of Edu­ca­ti­on) abge­schlos­sen, den Vor­be­rei­tungs­dienst (Refe­ren­da­ri­at) absol­viert und die anschlie­ßen­de Staats­prü­fung bestan­den habe. Absol­ven­ten eines lehr­amts­be­zo­ge­nen Bache­lor­stu­di­ums sei­en daher zum Errei­chen ihres Berufs­zie­les auf die Fort­set­zung ihres Aus­bil­dungs­we­ges im Rah­men eines Mas­ter­stu­di­ums ange­wie­sen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Osna­brück, Urteil vom 10. Dezem­ber 2013 – 1 A 77/​13

  1. VG Osna­brück, Beschluss vom 07.05.2013 – 1 C 8/​13[]
  2. Nds. OVG, Beschluss vom 03.07.2013 – 2 ME 228/​13[]