Die Ände­rung der Taxen­ord­nung

Nach der gesetz­li­chen Kon­zep­ti­on des Per­so­nen­be­för­de­rungs­ge­set­zes müs­sen sich das Gebiet der fest­ge­setz­ten Tari­fe für den Taxi­ver­kehr und das Pflicht­fahr­ge­biet, für das die Beför­de­rungs­pflicht besteht, gegen­sei­tig decken. Für die Erstre­ckung der Tarif­pflicht über das Pflicht­fahr­ge­biet hin­aus fehlt es an der erfor­der­li­chen gesetz­li­chen Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge.

Die Ände­rung der Taxen­ord­nung

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Ände­rung der Taxen­ord­nung im Land­kreis Bern­kas­tel-Witt­lich für unwirk­sam erklärt und damit dem Nor­men­kon­troll­an­trag eines Taxi­un­ter­neh­mens im Land­kreis Bern­kas­tel-Witt­lich statt­ge­ge­ben. Die Taxen­ord­nung ist eine Rechts­ver­ord­nung über die Beför­de­rungs­ent­gel­te und Beför­de­rungs­be­din­gun­gen für den Ver­kehr mit Taxen. Die Ver­ord­nung sah ursprüng­lich vor, dass die dar­in fest­ge­setz­ten Beför­de­rungs­ent­gel­te inner­halb des soge­nann­ten Pflicht­fahr­ge­biets gel­ten. Das Pflicht­fahr­ge­biet ist das Gebiet, in dem für Taxi­un­ter­neh­men eine Beför­de­rungs­pflicht besteht. Es umfass­te das Gebiet der Stadt- bzw. Gemein­de, in dem das Unter­neh­men sei­nen Sitz hat. Mit Ände­rungs­ver­ord­nung vom 1. August 2012 wur­de das Tarif­ge­biet, inner­halb des­sen die Beför­de­rung ein­heit­lich zu den in der Ver­ord­nung fest­ge­leg­ten Beför­de­rungs­ent­gel­ten durch­zu­füh­ren ist, auf das gesam­te Gebiet inner­halb des Land­krei­ses erwei­tert. Das Pflicht­fahr­ge­biet blieb hin­ge­gen unver­än­dert. Es umfasst wei­ter­hin nur das Gebiet der Stadt bzw. Gemein­de, in dem das Unter­neh­men sei­nen Betriebs­sitz hat. Die Antrag­stel­le­rin, ein Taxi­un­ter­neh­men im Land­kreis Bern­kas­tel-Witt­lich, begehr­te mit ihrem Nor­men­kon­troll­an­trag, die Ände­rung der Taxen­ord­nung für unwirk­sam zu erklä­ren. Ein vom Pflicht­fahr­ge­biet abwei­chen­des Tarif­pflicht­ge­biet sei im Per­so­nen­be­för­de­rungs­ge­setz nicht vor­ge­se­hen. Der Land­kreis hielt die Ände­rung, mit der für alle Taxi­fahr­ten im Gebiet des Land­krei­ses das glei­che Ent­gelt fest­ge­legt wer­de, für sach­ge­recht. Sie füh­re zu Rechts­si­cher­heit über das zu ent­rich­ten­de Ent­gelt.

Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Rhein­land-Pfalz feh­le es der Rechts­ver­ord­nung für die Erstre­ckung der Tarif­pflicht über das Pflicht­fahr­ge­biet hin­aus an der erfor­der­li­chen gesetz­li­chen Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge. Nach der gesetz­li­chen Kon­zep­ti­on des Per­so­nen­be­för­de­rungs­ge­set­zes müss­ten sich viel­mehr das Gebiet der fest­ge­setz­ten Tari­fe für den Taxi­ver­kehr und das Pflicht­fahr­ge­biet, für das die Beför­de­rungs­pflicht bestehe, gegen­sei­tig decken. Eine Auf­spal­tung von Tarif­ge­biet und Pflicht­fahr­ge­biet las­se das Gesetz nicht zu.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 17. Janu­ar 2013 – 7 C 10969/​12.OVG