Ein um 0,1 Punkte besseres Abitur

Einem Schüler, der eine Verbesserung seiner Durchschnittsnote im Abitur von 1,6 auf 1,5 begehrt, ist zuzumuten, die Entscheidung im Hauptsacheverfahren abzuwarten, weil in diesem Notenbereich sich die geringfügige Differenz nicht bei der Vergabe von Studienplätzen im Fach Humanmedizin auswirkt.

Ein um 0,1 Punkte besseres Abitur

So das Verwaltungsgericht Trier in dem hier vorliegenden Eilverfahren, mit dem ein Schüler ein besseres Abiturzeugnis erreichen wollte. Der Schüler aus der Region Trier hat im Frühjahr die Abiturprüfung mit der Gesamtnote 1,6 abgeschlossen. Er ist der Auffassung, dass der Berechnungsmodus zur Ermittlung der Note rechtswidrig ist. Eine freiwillige Facharbeit habe er nicht geschrieben. Gleichwohl sei die von ihm im “Qualifikationsbereich” erreichte Gesamtpunktzahl durch 44 geteilt worden, obwohl er nur 43 Einzelleistungen eingebracht habe. Das habe zur Folge, dass sich die Nichterbringung einer freiwilligen Leistung für ihn rechnerisch nachteilig niedergeschlagen habe. Seine Gesamtdurchschnittsnote sei hierdurch um 0,1 Punkte schlechter ausgefallen. Er beabsichtige Humanmedizin zu studieren. Bei der Vergabe der Studienplätze sei er durch die schlechtere Note benachteiligt. Mit seinem Antrag soll das Land Rheinland-Pfalz verpflichtet werden, ihm vorläufig ein um 0,1 Punkte besseres Abiturzeugnis zu erteilen.

Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts Trier bestünden zwar unter dem Gesichtspunkt der Systemgerechtigkeit Bedenken gegen die Berechnung des Gesamtergebnisses. Es sei zweifelhaft, ob der auf der Zahl 44 basierende Quotient zur Berechnung des Gesamtergebnisses in Block I bei Einbringung von lediglich 43 Kursen rechtmäßig sei. Diese Frage müsse jedoch im Hauptsacheverfahren geklärt werden.

Es sei dem Antragsteller zuzumuten, dieses abzuwarten, weil er nicht dargelegt habe, dass er tatsächlich mit der Durchschnittsnote 1,5 bei der Vergabe von Studienplätzen im Fach Humanmedizin eher zum Zuge komme. In diesem Notenbereich wirke sich nach den dem Verwaltungsgericht vorliegenden Erkenntnisquellen die geringfügige Differenz nicht aus.

Verwaltungsgericht Trier, Beschluss vom 6. Juni 2014 – 6 L 884/14.TR