Einst­wei­li­ge Anord­nun­gen des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts

Nach § 32 BVerfGG kann das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt im Streit­fall einen Zustand durch einst­wei­li­ge Anord­nung vor­läu­fig regeln, wenn dies zur Abwehr schwe­rer Nach­tei­le oder aus einem ande­ren wich­ti­gen Grund zum gemei­nen Wohl drin­gend gebo­ten ist [1].

Einst­wei­li­ge Anord­nun­gen des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts

Die Grün­de, die für die Ver­fas­sungs­wid­rig­keit des ange­grif­fe­nen Hoheits­akts vor­ge­tra­gen wer­den, blei­ben dabei grund­sätz­lich außer Betracht; eine mate­ri­el­le Über­prü­fung der ange­grif­fe­nen Ent­schei­dung ist nicht Gegen­stand des vor­läu­fi­gen Rechts­schutz­ver­fah­rens [2]. Im Übri­gen gäl­ten, selbst wenn eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de in der Sache Aus­sicht auf Erfolg hät­te, für den Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt im Rah­men der inso­weit grund­sätz­lich maß­geb­li­chen Fol­gen­ab­wä­gung [3] stren­ge Maß­stä­be.

Bei der Ent­schei­dung über den Eil­an­trag ist zudem zu berück­sich­ti­gen, dass das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nicht eine wei­te­re Rechts­schutz­in­stanz des fach­ge­richt­li­chen Eil­rechts­schutz­ver­fah­rens ist [4].

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 14. Dezem­ber 2016 – 1 BvQ 48/​16

  1. vgl. BVerfGE 66, 39, 56; stRspr[]
  2. BVerfG, Beschluss vom 29.01.2016 – 1 BvQ 6/​16[]
  3. vgl. BVerfGE 71, 158, 161; 88, 185, 186; 91, 252, 257 f.; 111, 147, 152 f.; stRspr[]
  4. BVerfG, Beschluss vom 12.10.2012 – 1 BvR 2102/​12[]