Ent­wäs­se­rung öffent­li­cher Stra­ßen­flä­chen

Die Rege­lung in einer kom­mu­na­len Gebüh­ren­sat­zung, wonach für die Ent­wäs­se­rung öffent­li­cher Stra­ßen­flä­chen höhe­re Gebüh­ren als für die Ent­wäs­se­rung pri­va­ter Grund­stü­cke zu zah­len sind, ist nich­tig.

Ent­wäs­se­rung öffent­li­cher Stra­ßen­flä­chen

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Arns­berg einen Gebüh­ren­be­scheid der Stadt Freu­den­berg auf­ge­ho­ben, mit dem sie vom Land Nord­rhein-West­fa­len die Zah­lung von Nie­der­schlags­was­ser­ge­büh­ren ver­langt hat­te.

Die Stadt Freu­den­berg hat­te dem Land für die Ent­wäs­se­rung der im Stadt­ge­biet gele­ge­nen, an die kom­mu­na­le Abwas­ser­an­la­ge ange­schlos­se­nen Lan­des­stra­ßen in den Jah­ren 2012 und 2013 Nie­der­schlags­was­ser­ge­büh­ren in Höhen von etwa 276.000 € in Rech­nung gestellt. Nach der städ­ti­schen Gebüh­ren­sat­zung beträgt die Gebühr für jeden Qua­drat­me­ter bebau­ter oder befes­tig­ter Flä­che im Jahr 2012 jähr­lich 0,93 € und 2013 0,97 €, für öffent­li­che Stra­ßen­flä­chen jedoch 1,62 € bezie­hungs­wei­se 2,14 €.

Das kla­gen­de Land hat­te sich dar­auf beru­fen, der unter­schied­li­che Gebüh­ren­maß­stab sei nicht gerecht­fer­tigt. Für die abzu­rech­nen­de Leis­tung der Gemein­de sei es uner­heb­lich, ob eine Stra­ßen­flä­che oder eine ande­re bebau­te oder befes­tig­te Flä­che ent­wäs­sert wer­de. Die beklag­te Stadt hat­te dem­ge­gen­über vor­ge­tra­gen, erheb­li­che Tei­le ihres Abwas­ser­net­zes dien­ten aus­schließ­lich der Ent­sor­gung von Stra­ßen­ober­flä­chen. Sie habe daher bei der Kal­ku­la­ti­on der Gebüh­ren­sät­ze einen Weg gesucht, eine zu hohe Belas­tung der Bür­ger zu ver­mei­den.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Arns­berg ist der Argu­men­ta­ti­on der Stadt Freu­den­berg nicht gefolgt, son­dern hat ange­nom­men, dass die von der Stadt Freu­den­berg vor­ge­nom­me­ne Kal­ku­la­ti­on der Gebüh­ren­sät­ze für die Kos­ten der Ent­sor­gung des Nie­der­schlags­was­sers von öffent­li­chen Stra­ßen­flä­chen nicht den in der Recht­spre­chung aner­kann­ten Berech­nungs­me­tho­den ent­spre­che und der Nie­der­schlags­was­ser­ge­büh­ren­satz für öffent­li­che Stra­ßen­flä­chen wegen Ver­sto­ßes gegen das Kos­ten­über­schrei­tungs­ver­bot nich­tig sei. Die Kos­ten­ver­tei­lung zwi­schen der Schmutz­was­ser- und der Nie­der­schlags­was­ser­ent­sor­gung ent­hal­te einen metho­di­schen Feh­ler, weil die Kos­ten der Misch­was­ser­ka­na­li­sa­ti­on nicht ver­ur­sa­cher­ge­recht auf die bei­den Kos­ten­trä­ger Schmutz­was­ser und Nie­der­schlags­was­ser ver­teilt wor­den sei­en.

Ver­wal­tungs­ge­richt Arns­berg – Urteil vom 17. Febru­ar 2015 – 11 K 527/​14