Führerschein weg – wie bekomme ich einen Neuen?

Es gibt in Deutschland mehrere Wege seinen Führerschein dauerhaft zu verlieren: Sie können 8 Punkte im Flensburger Fahreignungsregister sammeln, einen schweren Unfall verursachen, mit Alkohol oder anderen Drogen am Steuer erwischt werden. Etwa 95.000 Autofahrern wird hierzulande jährlich die Fahrerlaubnis dauerhaft entzogen, 84 % von ihnen sind Männer.

Führerschein weg – wie bekomme ich einen Neuen?

Bußgeld, Sperrfrist, MPU – beweisen Sie Ihr Verantwortungsbewusstsein

Je nach Anlass ist ein Führerscheinentzug häufig noch mit weiteren Bußgeld- und Strafverfahren verbunden. In der Regel gibt es auch eine Sperrfrist von mindestens sechs Monaten, vor deren Ende kein neuer Führerschein beantragt werden kann. Eine oft verhängte Bedingung für eine neue Fahrerlaubnis ist das erfolgreiche Bestehen einer Medizinisch Psychologischen Untersuchung/MPU. Bei Drogen- und Alkoholkonsum wird dieser ‚Idiotentest‘ oft ab einem Blutalkoholwert von 1,1 Promille verlangt, bei 1,6 ‰ ist er obligatorisch. Denn die Verkehrszulassungsbehörde geht bei einem dauerhaften Führerscheinentzug davon aus, dass Sie nicht in der Lage sind, verantwortungsvoll ein Fahrzeug zu führen. Um einen neuen Führerschein zu beantragen, müssen Sie zuvor das Gegenteil beweisen.

MPU ist weit mehr als ein Test

Etwa 90.000 Menschen unterziehen sich in Deutschland jährlich einer MPU. Das Verfahren für das Gutachten ist anspruchsvoll, die Durchfallquote schwankt zwischen 50 und 70 %. Ohne Vorbereitungskurse bei TÜV, Dekra oder anderen, ohne Gutachten von Ärzten und Therapeuten ist die MPU kaum zu bestehen. So kann sich die Vorbereitung auf eine MPU über Monate hinziehen und neben der Prüfungsgebühr von 350 € weitere 2-4.000 € für Kurse, Gutachten, Befunde und Therapeuten kosten.

Die MPU besteht aus vier Stufen:

  • Zunächst müssen Sie einen mehrseitigen Fragebogen zu Lebenslauf, Gesundheit und dem Grund des Fahrerlaubnisentzuges beantworten. Besonderes Gewicht hat dabei Ihr Konsumverhalten von Drogen und Alkohol. Bluttests und andere medizinische Befunde können Ihre Angaben untermauern.
  • Der zweite Schritt ist ein Leistungstest am Computer. Dabei werden Ihre Konzentration, Wahrnehmung, Reaktionsfähigkeit und Belastbarkeit geprüft. Nach etwa 20 Minuten wertet ein Verkehrspsychologe Ihr Ergebnis aus.
  • Phase drei ist eine medizinische Untersuchung, die Ihre körperliche nun nervliche Verfassung bewertet. Reflexe, Herz und Kreislauf werden betrachtet. Labortests runden besonders bei Drogen- und Alkoholproblemen die Untersuchung ab.
  • Die vierte Stufe ist das etwa 45-minütige Prüfungsgespräch mit einem psychologischen Gutachter, in das alle vorherigen Informationen einfließen. Sie müssen dem MPU-Gutachter nicht nur Einsicht, sondern auch eine verantwortungsvolle Änderung Ihres Lebenswandels glaubhaft machen. Nur wenn Ihnen der MPU-Gutachter eine günstige Verhaltensprognose ausstellt, können Sie einen neuen Führerschein beantragen.

Kompetenter Rechtsbeistand ist bei Führerscheinentzug immer sinnvoll

Mit einem positiven MPU-Gutachten können Sie nach der Sperrfrist einen neuen Führerschein machen. Sollten Sie durchfallen, können Sie die MPU beliebig oft wiederholen. Die Anlässe zur Verhängung einer MPU, ihr Verfahren und die Dauer der Sperrfristen sind häufig umstritten. Meist empfiehlt es sich, Unterstützung bei einem Fachanwalt wie dem bekannten Berliner Verkehrsrechtler Achim H. Feiertag zu suchen. Einen neuen Führerschein kann zwar auch kein Anwalt zaubern, aber manchmal lassen sich Gestaltungsspielräume bei den Rahmenbedingungen nutzen.