Gän­se im Wohn­ge­biet

Im rei­nen Wohn­ge­biet ist eine Gän­sehal­tung nicht zuläs­sig.

Gän­se im Wohn­ge­biet

In dem hier vom Ver­wal­tungs­ge­richt Köln ent­schie­de­nen Fall hat­te ein Ehe­paar, das Eigen­tü­mer eines in Pul­heim-Stom­meln in einem rei­nen Wohn­ge­biet gele­ge­nen, rund 1.000 m² gro­ßen Grund­stücks ist, seit vie­len Jah­ren immer wie­der unter­schied­li­che Klein­tie­re gehal­ten. Auf­grund von Nach­bar­be­schwer­den gab die Stadt Pul­heim ihnen auf, ihre zwei Gän­se von dem Grund­stück zu ent­fer­nen, da es nicht zuläs­sig sei, Gän­se in einem rei­nen Wohn­ge­biet zu hal­ten. Die Ehe­leu­te mach­ten dem­ge­gen­über gel­tend, die Tie­re wür­den nachts in einem Stall gehal­ten, so dass zur Nacht­zeit von ihnen kein Lärm aus­ge­he. Zudem pass­ten Gän­se zum länd­li­chen Cha­rak­ter von Stom­meln.

Die­ser Argu­men­ta­ti­on der Ehe­leu­te folg­te das Ver­wal­tungs­ge­richt nicht son­dern befand viel­mehr die Ord­nungs­ver­fü­gung der Sta­det Pul­heim zur Ent­fer­nung der Gän­se vom Grund­stück als recht­mä­ßig:

In einem rei­nen Wohn­ge­biet sei­en neben dem Woh­nen nur sol­che Nut­zun­gen zuläs­sig, die typi­scher­wei­se mit dem Woh­nen ver­bun­den sei­en und das Woh­nen nicht wesent­lich stö­ren. Daher sei eine Klein­tier­hal­tung zwar nicht gene­rell aus­ge­schlos­sen. Aller­dings könn­ten nur sol­che Tie­re gehal­ten wer­den, die regel­mä­ßig in Wohn­ge­bie­ten anzu­tref­fen sei­en; damit müss­ten die übri­gen Bewoh­ner des Gebiets auch rech­nen. Dies sei bei Gän­sen – anders als etwa bei Hun­den, Kat­zen oder Kanin­chen – jedoch nicht der Fall. Zudem sei davon aus­zu­ge­hen, dass Gän­se als beson­ders schreck­haf­te Tie­re die Wohn­ru­he stö­ren kön­nen und daher im rei­nen Wohn­ge­biet gene­rell nicht zuläs­sig sind.

Ver­wal­tungs­ge­richt Köln, Urteil vom 1. Juli 2015 – 23 K 42/​14