Grün­gut­an­nah­me im Dorf­ge­biet

Eine Grün­gut­an­nah­me­stel­le ver­ur­sacht Lärm, ins­be­son­de­re auch durch die dort ein­ge­setz­ten Schred­der. Die­se sind in einem länd­li­chen Dorf bis 60 db(A) hin­zu­neh­men, in einem all­ge­mei­nen Wohn­ge­biet bis 55 db(A).

Grün­gut­an­nah­me im Dorf­ge­biet

Mit die­ser Begrün­dung blie­ben jetzt Ver­fah­ren vor dem Ver­wal­tugns­ge­richt Han­no­ver ohne Erfolg, die sich gegen eine Grün­gut­an­nah­me­stel­le in Schu­len­burg (Lan­gen­ha­gen) rich­te­ten. Die Grün­gut­an­nah­me­stel­le ver­ur­sacht nach Ansicht des Ver­wal­tungs­ge­richts auch im Hin­blick auf den Ein­satz von mobi­len Schred­dern kei­nen unzu­mut­ba­ren Lärm.

Der Klä­ger und Antrag­stel­ler, Eigen­tü­mer eines benach­bar­ten Wohn­grund­stücks, wen­det sich gegen die von der Stadt Lan­gen­ha­gen erteil­te Bau­ge­neh­mi­gung für eine Grün­gut­an­nah­me­stel­le auf einem Hof­grund­stück in der Dorf­stra­ße in Schu­len­burg (Lan­gen­ha­gen). Zur Zeit befin­det sich die Grün­gut­an­nah­me­stel­le für Schu­len­burg – von dem glei­chen Land­wirt betrie­ben – auf einem Grund­stück in der Nähe des neu­en Stand­or­tes. Der Klä­ger wen­det sich ins­be­son­de­re gegen die mit dem Betreib eines mobi­len Schred­ders ver­bun­de­nen Lärm­im­mis­sio­nen.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver hat sich bei der Ver­hand­lung vor Ort einen Ein­druck von der Bebau­ungs­um­ge­bung ver­schafft und ist zu dem Ergeb­nis gelangt, dass die durch den mobi­len Schred­der ver­ur­sach­ten Immis­sio­nen von knapp 60 dB(A) dem Anwoh­ner zumut­bar sind. Der Immis­si­ons­richt­wert von 60 dB(A) ent­spricht dem, was nach den Bestim­mun­gen der zur Beur­tei­lung der zumut­ba­ren Lärm­be­las­tun­gen maß­geb­li­chen TA Lärm in einem Dorf­ge­biet zuläs­sig ist. Das Gericht ist nach dem Ergeb­nis der Orts­be­sich­ti­gung zu dem Ergeb­nis gelangt, dass das Grund­stück des Klä­gers in einem fak­ti­schen Dorf­ge­biet liegt. Aber selbst wenn die Bebau­ungs­um­ge­bung des Grund­stücks nicht genau dem ent­spre­chen soll­te, was die Bau­nut­zungs­ver­ord­nung unter einem Dorf­ge­biet ver­steht, müss­te der Klä­ger sol­che Immis­sio­nen hin­neh­men. Die Bestim­mun­gen der TA Lärm (Nr. 6.6 TA Lärm) sehen für die­sen Fall vor, dass eine Beur­tei­lung ent­spre­chend der Schutz­be­dürf­tig­keit vor­zu­neh­men ist. In der Umge­bung des klä­ge­ri­schen Grund­stücks befin­den sich meh­re­re land­wirt­schaft­li­che Betrie­be und eine Schieß­sport­an­la­ge. Zudem grenzt das Grund­stück unmit­tel­bar an den Außen­be­reich an und muss auch des­we­gen höhe­re Immis­sio­nen hin­neh­men. Einen bes­se­ren Schutz oder gar den Schutz eines all­ge­mei­nen Wohn­ge­bie­tes (55 dB(A)) kann der Anwoh­ner daher nicht bean­spru­chen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver, Beschluss und Urteil vom 7. Janu­ar 2011 – 4 A 3345/​10 und 4 B 5513/​10