Kei­ne Rund­funk­ge­büh­ren­be­frei­ung für einen Beför­de­rungs­dienst für behin­der­te Men­schen

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig hat heu­te in drei par­al­le­len Rechts­strei­ten ent­schie­den, dass der Trä­ger eines rei­nen Fahr­diens­tes für behin­der­te Men­schen kei­ne Befrei­ung von der Rund­funk­ge­büh­ren­pflicht für die Auto­ra­di­os in sei­nen Trans­port­fahr­zeu­gen bean­spru­chen kann.

Kei­ne Rund­funk­ge­büh­ren­be­frei­ung für einen Beför­de­rungs­dienst für behin­der­te Men­schen

Der Klä­ger betreibt Fahr­diens­te für behin­der­te Men­schen. Er beför­dert mit eige­nen Fahr­zeu­gen behin­der­te Men­schen von und zu Ein­rich­tun­gen für die­sen Per­so­nen­kreis, ins­be­son­de­re Hei­men, Aus­bil­dungs­stät­ten oder Werk­stät­ten für behin­der­te Men­schen. Die­se Ein­rich­tun­gen wer­den nicht vom Klä­ger, son­dern von ande­ren Trä­gern betrie­ben. Die Fahr­zeu­ge des Klä­gers sind spe­zi­ell für die­se Beför­de­run­gen aus­ge­rüs­tet und die­nen aus­schließ­lich die­sem Zweck. Der Klä­ger bean­trag­te die Befrei­ung von den Rund­funk­ge­büh­ren für Auto­ra­di­os in die­sen Fahr­zeu­gen. Der beklag­te Baye­ri­sche Rund­funk lehn­te die Befrei­ung ab. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Würz­burg wies die Kla­gem des Klä­gers ab [1]. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt wies jetzt die hier­ge­gen gerich­te­te Sprung­re­vi­si­on des Klä­gers zurück:

Der Klä­ger kann die Gebüh­ren­be­frei­ung nicht auf der Grund­la­ge des § 5 Abs. 7 Satz 1 Nr. 2 RGebStV ver­lan­gen. Nach die­ser Vor­schrift wird Befrei­ung von der Rund­funk­ge­büh­ren­pflicht auf Antrag für Rund­funk­emp­fangs­ge­rä­te gewährt, die in Ein­rich­tun­gen für behin­der­te Men­schen, ins­be­son­de­re in Hei­men, in Aus­bil­dungs­stät­ten und in Werk­stät­ten für behin­der­te Men­schen, für den jeweils betreu­ten Per­so­nen­kreis ohne beson­de­res Ent­gelt bereit­ge­hal­ten wer­den. Die­se Vor­aus­set­zun­gen erfül­len die Fahr­diens­te des Klä­gers nicht, denn es han­delt sich bei ihnen nicht um eigen­stän­di­ge Ein­rich­tun­gen im Sin­ne des § 5 Abs. 7 Satz 1 Nr. 2 RGebStV, und sie kön­nen weder den ange­fah­re­nen ande­ren Ein­rich­tun­gen noch etwai­gen eige­nen sta­tio­nä­ren Ein­rich­tun­gen des Klä­gers als unselbst­stän­di­ge Tei­le zuge­rech­net wer­den.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urtei­le vom 12. Dezem­ber 2012 – 6 C 33.11, 6 C 34.11 und 6 C 35.11

  1. VG Würz­burg, Urteil vom 8.07.2011 – W 3 K 11.351, W 3 K 11.352 und W 3 K 11.353[]