Markt­stand mit zuge­fro­re­nem Hand­wasch­be­cken

Unmit­tel­bar am Markt­stand müs­sen weder ein Hand­wasch­be­cken noch hygie­nisch ein­wand­freie sani­tä­re Anla­gen und Umklei­de­räu­me zur Ver­fü­gung ste­hen. Es genügt, wenn der­ar­ti­ge Ein­rich­tun­gen im Rah­men des regel­mä­ßi­gen Arbeits­ab­lau­fes ohne beson­de­re Schwie­rig­kei­ten erreicht wer­den kön­nen und von ihnen benutz­bar sind.

Markt­stand mit zuge­fro­re­nem Hand­wasch­be­cken

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin in dem hier vor­lie­gen­den Fall eine Anord­nung des Bezirks­amt Mit­te in Ber­lin auf­ge­ho­ben, mit der einer Ver­käu­fe­rin von Back­wa­ren auf Ber­li­ner Wochen­märk­ten auf­ge­ge­ben wor­den ist, am Markt­stand für ein funk­tio­nie­ren­des Hand­wasch­be­cken zu sor­gen. Anläss­lich einer Kon­trol­le Anfang Dezem­ber 2010 stell­te das Bezirks­amt Mit­te von Ber­lin an einem sol­chen Markt­stand fest, dass an der von der Klä­ge­rin vor­ge­hal­te­nen Hand­wasch­ge­le­gen­heit kein Was­ser gezapft wer­den konn­te, da die Lei­tung ein­ge­fro­ren war. Dar­auf­hin gab die Behör­de der Klä­ge­rin auf, für funk­tio­nie­ren­de Hand­wasch­ge­le­gen­hei­ten zu sor­gen. Hier­ge­gen hat­te die­se ein­ge­wandt, die Anord­nung sei nicht erfor­der­lich, weil ihre Mit­ar­bei­ter Umklei­de- und Wasch­ge­le­gen­hei­ten sowie Toi­let­ten in einer in der Nähe befind­li­chen Gast­stät­te benut­zen dürf­ten.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung ver­weist das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin auf die Ver­ord­nung (EG) Nr. 852/​2004 des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 29. April 2004 über Lebens­mit­tel­hy­gie­ne, nach der Betriebs­stät­ten zwar so gebaut sein und sau­ber und instand gehal­ten wer­den müss­ten, dass das Risi­ko der Kon­ta­mi­na­ti­on ver­mie­den wer­de. Erfor­der­li­chen­falls müss­ten auch geeig­ne­te Vor­rich­tun­gen zum hygie­ni­schen Waschen und Trock­nen der Hän­de sowie hygie­nisch ein­wand­freie sani­tä­re Anla­gen und Umklei­de­räu­me zur Ver­fü­gung ste­hen, damit eine ange­mes­se­ne per­sön­li­che Hygie­ne gewähr­leis­tet sei. Mit dem Begriff „zur Ver­fü­gung ste­hen“ sei aber nicht zugleich deren Exis­tenz unmit­tel­bar am jewei­li­gen Markt­stand gemeint. Eine sol­che For­de­rung sei lebens­fremd. Der­ar­ti­ge Ein­rich­tun­gen stün­den – wie auch hier – bereits dann im Sin­ne der Ver­ord­nung zur Ver­fü­gung, wenn sie für die Mit­ar­bei­ter der kon­kre­ten Betriebs­stät­te im Rah­men des regel­mä­ßi­gen Arbeits­ab­lau­fes ohne beson­de­re Schwie­rig­kei­ten erreicht wer­den kön­nen und von ihnen benutz­bar sei­en.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 31. August 2012 – VG 14 K 113.11