Rodeln im Stadt­park

Rodeln im Stadt­park erfolgt stets auf eige­ne Gefahr. Die Stadt ist aus Ver­kehrs­si­che­rungs­grün­den nicht ver­pflich­tet, poten­ti­el­le Rod­ler im Stadt­park auf einen Absatz im Hang hin­zu­wei­sen oder die­sen Hang fürs Rodeln zu sper­ren.

Rodeln im Stadt­park

In dem jetzt vom Ober­lan­des­ge­richt Hamm ent­schie­de­nen Rechts­streit rodel­te der Klä­ger im Janu­ar 2009 auf einer Neben­stre­cke im Stadt­park und stürz­te an dem unte­ren Ende des Han­ges. An die­ser Stel­le war der Hang durch einen mit einer Mau­er abge­fan­ge­nen Absatz zu einem tie­fer lie­gen­den Weg durch­bro­chen.

Sei­ne gegen­über der beklag­ten Stadt gel­tend gemach­te Scha­dens­er­satz­kla­ge blieb jedoch ohne Erfolg. Nach Ansicht des Ober­lan­des­ge­richts Hamm bestand schon kei­ne abhil­fe­be­dürf­ti­ge Gefah­ren­quel­le, weil das Gelän­de nicht als Rodel­flä­che, son­dern als Park kon­zi­piert und mit Mau­er­ab­gren­zun­gen ver­se­he­ne Wege dort nicht unty­pisch sei­en. Den Klä­ger trä­fe zudem ein über­wie­gen­des Mit­ver­schul­den. Er hät­te nicht dar­auf ver­trau­en dür­fen, dass jeder Hang durch­gän­gig befahr­bar sei. Der Klä­ger hät­te sich vor­ab von der Eig­nung als Rodel­pis­te über­zeu­gen, bei der Abfahrt auf Sicht fah­ren, sei­nen Schlit­ten stets kon­trol­lie­ren und sich auf Boden­un­eben­hei­ten ein­stel­len müs­sen.

Ober­lan­des­ge­richt Hamm, Urteil vom 3. Sep­tem­ber 2010 – I‑9 U 81/​10