Ver­fas­sungs­be­schwer­de – und der Grund­satz der Subsidiarität

Nach dem Grund­satz der Sub­si­dia­ri­tät soll der gerüg­te Grund­rechts­ver­stoß nach Mög­lich­keit schon im fach­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren besei­tigt wer­den1.

Ver­fas­sungs­be­schwer­de – und der Grund­satz der Subsidiarität

Danach hat ein Beschwer­de­füh­rer über das Gebot der Erschöp­fung des Rechts­wegs im enge­ren Sinn hin­aus alle nach Lage der Sache zur Ver­fü­gung ste­hen­den pro­zes­sua­len Mög­lich­kei­ten zu ergrei­fen, um eine Kor­rek­tur der gel­tend gemach­ten Grund­rechts­ver­let­zung zu erwir­ken oder eine Grund­rechts­ver­let­zung zu ver­hin­dern2.

Der Beschwer­de­füh­rer muss des­halb von den fach­ge­richt­li­chen Rechts­schutz­mög­lich­kei­ten in einer Wei­se Gebrauch machen, die gewähr­leis­tet, dass sich das Fach­ge­richt mit sei­nem Vor­brin­gen sach­lich aus­ein­an­der­setzt3

Die­sen Anfor­de­run­gen genügt die Ver­fas­sungs­be­schwer­de nicht, wenn sich der Beschwer­de­füh­rer gegen die ange­foch­te­ne Ent­schei­dung nicht zunächst mit der Anhö­rungs­rü­ge nach § 33a StPO gewandt hat, obwohl dazu Anlass bestand und die Rüge nicht als von vorn­her­ein unbe­grün­det erscheint.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 26. Febru­ar 2021 – 2 BvR 1038/​20

  1. vgl. BVerfGE 63, 77 <78>[]
  2. vgl. BVerfGE 68, 384 <389> 81, 22 <27>[]
  3. vgl. BVerfGE 91, 93 <107>[]