Von der Privatschule zur öffentlichen Schule – ein schwieriger Schulwechsel?

Der Wechsel eines Schülers von einer nicht staatlich anerkannten Schule in die 13. Klasse einer öffentlichen Schule kann abgelehnt werden, wenn Teile seines bisherigen Schulbesuchs auf den Besuch der gymnasialen Oberstufe nicht angerechnet werden können.

Von der Privatschule zur öffentlichen Schule – ein schwieriger Schulwechsel?

So die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin in dem hier vorliegenden Fall eines Schülers, der nicht in eine öffentliche Schule aufgenommen worden ist, weil er den erforderlichen Fremdsprachenunterricht nicht nachweisen konnte. Nachdem die Schulaufsicht der von ihm besuchten Schule wiederholt die staatliche Anerkennung für die Sekundarstufe II versagt hatte, wollte der Schüler in die 13. Klasse einer öffentlichen Schule wechseln.

Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts Berlin habe er nicht nachweisen können, dass er regelmäßigen Unterricht in der zweiten Fremdsprache Französisch über die erforderliche Dauer erhalten habe. Die ihm von der Privatschule erteilten Zeugnisse seien insoweit lückenhaft. Eine ihm von der Französischlehrerin ausgestellte „Fremdsprachenbescheinigung“ sei keine zuverlässige Bestätigung dafür, dass der erforderliche Fremdsprachenunterricht erteilt worden sei. In einem der Zeugnisse werde zwar ein „Kurs“ Französisch (neben Ballsportarten, Kochen, Töpfern etc.) bescheinigt. Ein regelmäßiges Unterrichtsangebot habe sich aber auch nicht in den von der Schulaufsicht durchgesehenen Unterlagen der Schule nachweisen lassen. Die bei den wiederholt durchgeführten Schulbesichtigungen und Unterrichtsbesuchen festgestellten erheblichen Defizite, insbesondere auch beim Fremdsprachenunterricht, sprächen deutlich dagegen, dass der Antragsteller durchgängig den für die Einstufung in die 13. Klasse erforderlichen Umfang an Unterricht in der zweiten Fremdsprache erhalten habe.

Bereits vor der Ablehnung der beantragten staatlichen Anerkennung für die gymnasiale Oberstufe sei die Schule aufgefordert worden, ihre Schüler darüber zu unterrichten, dass die Schule nicht berechtigt sei, die Abiturprüfung abzunehmen.

Verwaltungsgericht Berlin, Beschluss vom 26. September 2014 – VG 3 L 575.14

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