Was Radeln bei Rot wirklich kostet

Radfahren ist schön! Das Radfahren bei Rot ist aber äußerst riskant und kostet manchmal mehr als ein Bußgeld und Führerscheinentzug. Der Rotlichtverstoß kann von einem umweltbewussten und gesunden Leben zum Tode befördern.

Was Radeln bei Rot wirklich kostet

Mit dem Beginn des Frühlings lassen viele ihr Auto stehen und wechseln zum Fahrrad. Das Radfahren ist nicht nur schön! Es ist auch eine Erleichterung für viele Menschen in Großstädten. Vor allem in Berlin hätten wir ohne Radfahrer einen viel chaotischeren Verkehr. Radfahrer sparen Geld, schützen ihre Gesundheit und unsere Umwelt.

Nicht alle denken über die Radfahrer positiv. Es gibt genug Autofahrer und Fußgänger, die von Fahrradsündern die Nase voll haben. Besonders die Fahrradfahrer, die das Rotlicht nicht beachten, gehören leider vor allem in Großstädten zum Alltagsleben. Das zeigt auch die Großkontrolle, die die Hamburger Polizei vor Kurzem durchführte.

Zwei Drittel der Verkehrsverstöße mit Fahrrädern sind Rotlichtverstöße

Bei dem Einsatz stellte die Polizei in nur vier Stunden 73 Verkehrsverstöße fest und 61 wurden dabei von Radfahrern begangen. Eine detaillierte Analyse dieser 61 Verkehrsverstöße ist ein Beweis dafür, wie weit die Missachtung des Rotlichts durch Radfahrer verbreitet ist und was für ein großes Problem dies für Menschenleben darstellt. Laut den Medien handelte es sich dabei nämlich um 41 Rotlichtverstöße.

Dabei wissen die Fahrradfahrer, dass die Verkehrsregeln nicht nur für Autofahrer und Fußgänger gelten und das Verkehrsrecht auch für sie bestimmte Strafen vorsieht. Auch gegen Radfahrer kann bei einem Rotlichtverstoß ein Bußgeld verhängt werden und sie können Punkte in Flensburger Zentralregister bekommen.

Rotlichtverstoß mit dem Fahrrad riskiert den Führerschein fürs Auto

Orhan Sahin, Fachanwalt für Verkehrsrecht in Berlin, spricht sogar vom Führerscheinentzug. Wer also mit seinem Fahrrad die rote Ampel überfährt, kann seinen Führerschein fürs Auto verlieren. „Acht Rotlichtverstöße mit jeweils einem Punkt kann ein Grund für den Führerscheinentzug sein, und das ist vor allem für Jugendliche ein Problem, die mit dem Fahrrad unterwegs sind und den Besuch einer Fahrschule fürs Auto planen“, so der Fachanwalt.

Das deutsche Verkehrsrecht unterscheidet zwischen einfachem und qualifiziertem Rotlichtverstoß. Leuchtete die Ampel weniger als eine Sekunde, handelt es sich um einen einfachen Rotlichtverstoß und das kostet dem Rotlicht-Sünder mindestens 60 Euro. Beim qualifizierten Rotlichtverstoß mit mehr als eine Sekunde werden 100 Euro fällig.

Wer wegen des Rotlichtverstoßes eine Gefährdung oder einen Unfall verursacht hat, zahlt ein viel höheres Bußgeld. Wichtig ist auch, dass man in beiden Fällen einen Punkt in Flensburg bekommt. Daher empfiehlt sich für Fahrradfahrer, sich unbedingt nach der Ampel zu richten.

Radfahrer sollen sich nach der Ampel für Autoverkehr richten

Fehlt eine gesonderte Radfahrerampel, müssen sich die Radfahrer beim Rotlicht nicht wie ein Fußgänger, sondern wie ein Autofahrer verhalten und sich nach der Ampel für den Autoverkehr richten. „Das sieht auch das Verkehrsrecht seit dem 1. Januar 2017 vor“ erinnert der Fachanwalt Sahin.

Sahin meint, dass man die halbierten Bußgelder für Radfahrer nicht unterschätzen und sich nicht auf das fehlende Kennzeichen beim Fahrrad verlassen darf. Ein Rotlichtverstoß kostet Geld, aber manchmal auch Menschenleben. Selbst ein kompetenter Anwalt kann zwar in einigen Fällen das Bußgeld rückgängig machen, aber einen Verstorbenen nicht zurück ins Leben rufen.