Zita­te aus einem nicht­öf­fent­li­chen Bericht an den Gemein­de­rat

Ver­letzt ein Rats­mit­glied sei­ne Ver­schwie­gen­heits­pflicht, so ist die Ver­hän­gung eines Ord­nungs­gel­des recht­mä­ßig.

Zita­te aus einem nicht­öf­fent­li­chen Bericht an den Gemein­de­rat

So das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Rats­mit­glie­des der Stadt Pul­heim, der in einer Sit­zung des Haupt- und Finanz­aus­schus­ses ein Schrei­ben – u.a. an anwe­sen­de Pres­se­ver­tre­ter – ver­teilt hat, das meh­re­re Zita­te aus einem nicht öffent­li­chen Bericht des Rech­nungs­prü­fungs­am­tes ent­hielt. Das Rech­nungs­prü­fungs­amt hat­te geprüft, ob das Ver­ga­be­ver­fah­ren im Zusam­men­hang mit dem geplan­ten Neu­bau des Hal­len­ba­des rechts­kon­form durch­ge­führt wor­den war. Gegen das Rats­mit­glied ist dar­auf­hin ein Ord­nungs­geld ver­hängt wor­den. Hier­ge­gen rich­tet sich die Kla­ge des Rats­mit­glie­des.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Köln habe der Klä­ger sei­ne Ver­schwie­gen­heits­pflicht ver­letzt. Der Bericht des Rech­nungs­prü­fungs­am­tes sei zu die­sem Zeit­punkt nicht all­ge­mein bekannt gewe­sen. In der Pres­se sei in einem Bericht über den Auf­tritt des Bür­ger­meis­ters in einer Bür­ger­ver­samm­lung weni­ge Tage zuvor ledig­lich das Prüf­ergeb­nis wie­der­ge­ge­ben wor­den. Auf ein Recht zur „Flucht in die Öffent­lich­keit“ kön­ne sich der Klä­ger nicht beru­fen. Die Ver­hän­gung eines Ord­nungs­gel­des wegen Ver­let­zung sei­ner kom­mu­nal­recht­li­chen Ver­schwie­gen­heits­pflicht sei recht­mä­ßig.

Ver­wal­tungs­ge­richt Köln, Urteil vom 30. August 2012 – 4 K 4462/​11