Zwei­ter Dok­tor-Titel für einen bereits habi­li­tier­ten Apo­the­ker

Ist ein Stu­di­en­ab­schluss in der Pro­mo­ti­ons­ord­nung nicht auf­ge­führt, so dass ohne eine Gleich­wer­tig­keits-Aner­ken­nung der­zeit der erfor­der­li­che Vor­bil­dungs­nach­weis fehlt, lie­gen die Zulas­sungs­vor­aus­set­zun­gen nach der Pro­mo­ti­ons­ord­nung nicht vor.

Zwei­ter Dok­tor-Titel für einen bereits habi­li­tier­ten Apo­the­ker

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz die Kla­ge eines Apo­the­kers abge­wie­sen. Der Klä­ger pro­mo­vier­te nach erfolg­rei­chem Stu­di­um der Phar­ma­zie bereits im Jahr 2000 an der Uni­ver­si­tät Koblenz-Land­au ent­spre­chend der dama­li­gen Pro­mo­ti­ons­ord­nung mit einer Arbeit im Fach Bio­lo­gie zum Dok­tor der Phi­lo­so­phie. 2007 habi­li­tier­te er im Fach Che­mie und führt seit­dem auch den Titel eines Pri­vat­do­zen­ten. Im April 2010 bean­trag­te er die Zulas­sung zum Pro­mo­ti­ons­ver­fah­ren am Fach­be­reich 3 (Mathematik/​Naturwissenschaften) an der Uni­ver­si­tät Koblenz-Land­au, Cam­pus Koblenz, zur Erlan­gung des aka­de­mi­schen Gra­des eines „Dr. der Natur­wis­sen­schaf­ten“ (Dr. rer. nat.). Der aka­de­mi­sche Grad „Dr. rer. nat.“ kann vom Fach­be­reich 3 der Uni­ver­si­tät auf­grund der Pro­mo­ti­ons­ord­nung vom 2. August 2004 ver­lie­hen wer­den. Der Pro­mo­ti­ons­aus­schuss sprach sich in sei­ner Sit­zung vom 27. Janu­ar 2011 gegen die Zulas­sung des Klä­gers zur Pro­mo­ti­on aus, da es gegen alle aka­de­mi­schen Gepflo­gen­hei­ten sei, einer bereits habi­li­tier­ten Per­son im sel­ben Fach noch­mals eine Pro­mo­ti­on zu ermög­li­chen. Dar­auf­hin ließ die Uni­ver­si­tät Koblenz-Land­au den Klä­ger nicht zur erneu­ten Pro­mo­ti­on zu. Nach erfolg­lo­sem Wider­spruchs­ver­fah­ren erhob der Klä­ger Kla­ge vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz.

Nach Mei­nung des Ver­wal­tungs­ge­richts kann der Klä­ger nicht als Dok­to­rand zuge­las­sen wer­den. Nach der ein­schlä­gi­gen Pro­mo­ti­ons­ord­nung besitzt der­je­ni­ge die erfor­der­li­che Vor­bil­dung zum Erwerb des aka­de­mi­schen Gra­des Dr. rer. nat., der ein wis­sen­schaft­li­ches Stu­di­um in näher bezeich­ne­ten Fächern mit der Diplom-, Magis­ter- oder Mas­ter­prü­fung oder durch die wis­sen­schaft­li­che Prü­fung für das Lehr­amt an Gym­na­si­en oder für Sekun­dar­stu­fe II oder eine Mas­ter­prü­fung an einer Fach­hoch­schu­le in der Regel min­des­tens mit der Note „gut“ abge­schlos­sen hat. Dar­über hin­aus legt die­se Ord­nung wei­ter­hin fest, dass der Vor­sit­zen­de des Pro­mo­ti­ons­aus­schus­ses auch ande­re Stu­di­en­gän­ge und Prü­fun­gen als gleich­wer­tig aner­ken­nen kann.

Der Klä­ger hat sein Phar­ma­zi­e­stu­di­um mit Staats­ex­amen abge­schlos­sen. Die­ser Stu­di­en­ab­schluss ist in der Pro­mo­ti­ons­ord­nung nicht auf­ge­führt, so dass ohne eine Gleich­wer­tig­keits-Aner­ken­nung der­zeit der erfor­der­li­che Vor­bil­dungs­nach­weis fehlt. Einen sol­chen Nach­weis hat der Klä­ger nicht ein­ge­holt. Mit­hin lie­gen die Zulas­sungs­vor­aus­set­zun­gen nach der Pro­mo­ti­ons­ord­nung allein schon aus die­sem Grund nicht vor.

Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz, Urteil vom 10. Janu­ar 2012 – 7 K 491/​11.KO