Die Anschrift im Wer­be­pro­spekt

Der Wer­be­pro­spekt eines Unter­neh­mens muss sei­nen im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­ge­nen Fir­men­na­men und die Fir­men­an­schrift rich­tig wie­der­ge­ben.

Die Anschrift im Wer­be­pro­spekt

In einem vom Ober­lan­des­ge­richt Hamm ent­schie­de­nen Fall hat­te das beklag­te Unter­neh­men, Betrei­be­rin einer bun­des­weit täti­gen Bau­markt­ket­te, in einem Wer­be­pro­spekt zwar Adres­se, eMail-Adres­se und Tele­fon­num­mern der bewor­be­nen Bau­markt­fi­lia­len auf­ge­führt, es aber ver­säumt, auf ihren im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­ge­nen Fir­men­na­men und die Adres­se ihrer Ver­wal­tung hin­zu­wei­sen. Dies hat­te der kla­gen­de Ver­band von Ver­sand­han­dels­un­ter­neh­men bean­stan­det und wett­be­werbs­recht­lich die Unter­las­sung ver­langt.

Das Ober­lan­des­ge­richt Hamm hat den Unter­las­sungs­an­spruch des kla­gen­den Ver­ban­des bestä­tigt. Die Wer­bung der Beklag­ten sei unzu­läs­sig, weil die Beklag­te ihren Infor­ma­ti­ons­pflich­ten gemäß §§ 5a Abs. 3 Nr. 2, Abs. 2 des Geset­zes gegen den unlau­te­ren Wett­be­werb nicht genügt habe. Nach die­sen Vor­schrif­ten habe ein Wer­be­pro­spekt die Iden­ti­tät und Anschrift des anbie­ten­den Unter­neh­mens anzu­ge­ben. Hier­zu müss­ten der im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­ge­ne Fir­men­na­me ein­schließ­lich der Rechts­form sowie die Anschrift des Haupt­sit­zes oder der Ver­wal­tung mit­ge­teilt wer­den. Die­se Anga­ben sei­en not­wen­dig, damit ein Ver­brau­cher im Fal­le eines mit dem Unter­neh­men zu füh­ren­den Rechts­streits die Beklag­te zutref­fend bezeich­nen kön­ne. Nicht aus­rei­chend sei es, wenn er sich die ent­spre­chen­den Anga­ben ander­wei­tig, z.B. über eine Inter­net­sei­te der Beklag­ten selbst beschaf­fen kön­ne.

Auf­grund eines gleich­ge­la­ger­ten Wett­be­werbs­ver­sto­ßes hat­te das Ober­lan­des­ge­richt Hamm bereits am 2. Febru­ar 2012 ein beklag­tes Han­dels­un­ter­neh­men zur Unter­las­sung ver­ur­teilt. Die Beklag­te die­ses Rechts­streits hat­te mit einem Wer­be­pro­spekt bun­des­weit den Ver­kauf von Klei­dung und Wäsche bewor­ben, ohne ihren Fir­men­na­men und ihre Anschrift mit­zu­tei­len. Ihre Pro­spek­te wie­sen ledig­lich auf eine Inter­net­adres­se und auf ört­li­che Filia­len hin. Auch die­se Wer­bung war unzu­läs­sig, weil sie dem Ver­brau­cher die für eine mög­li­che Inan­spruch­nah­me der Beklag­ten not­wen­di­gen Infor­ma­tio­nen über ihr Unter­neh­men vor­ent­hielt.

Ober­lan­des­ge­richt Hamm, Urtei­le vom 30. Okto­ber 2012 – I‑4 U 61/​12; und vom 2. Febru­ar 2012 – I‑4 U 168/​11