Die Ver­gü­tungs­ver­ein­ba­rung des Straf­ver­tei­di­gers und das Mäßi­gungs­ge­bot

Ver­ein­bart ein Rechts­an­walt bei Straf­ver­tei­di­gun­gen eine Ver­gü­tung, die mehr als das Fünf­fa­che über den gesetz­li­chen Höchst­ge­büh­ren liegt, spricht eine tat­säch­li­che Ver­mu­tung dafür, dass sie unan­ge­mes­sen hoch und das Mäßi­gungs­ge­bot des § 3 Abs. 3 BRAGO (jetzt: § 3a Abs. 2 RVG) ver­letzt ist 1. Anlass, von die­ser Recht­spre­chung abzu­rü­cken, sieht der BGH der­zeit aus­drück­lich nicht. Klä­rungs­be­darf besteht jedoch noch hin­sicht­lich der Vor­aus­set­zun­gen, unter denen der Anwalt die tat­säch­li­che Ver­mu­tung der Unan­ge­mes­sen­heit der ver­ein­bar­ten Ver­gü­tung erschüt­tern kann. An den sehr hohen Anfor­de­run­gen der Grund­satz­ent­schei­dung 2 – "ganz unge­wöhn­li­che, gera­de­zu extre­me ein­zel­fall­be­zo­ge­ne Umstän­de" – kann mög­li­cher­wei­se nicht in vol­lem Umfang fest­ge­hal­ten wer­den 3.

Die Ver­gü­tungs­ver­ein­ba­rung des Straf­ver­tei­di­gers und das Mäßi­gungs­ge­bot

Im Übri­gen betraf die Ent­schei­dung BGHZ 162, 98, wie der BGH in sei­ner aktu­el­len Ent­schei­dung aus­drück­lich erwähnt, ein gemisch­tes Pau­schal-/Zeitho­no­rar; wie es sich bei einem rei­nen Zeitho­no­rar ver­hält, hat der BGH noch nicht ent­schie­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 19. Mai 2009 – IX ZR 174/​06

  1. BGHZ 162, 98, 107 ff[]
  2. BGHZ 162, 98, 107[]
  3. BGH, Urteil vom 12. Febru­ar 2009 – IX ZR 73/​08, Urteil­s­um­druck S. 4 f Rn. 5[]