Ein Schuh ist kein Elek­tro­ge­rät

Ein Schuh ist ein Schuh und kein Elek­tro­ge­rät. Für die­se Erkennt­nis bedurf­te es jetzt aller­dings eines Urteils des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts. So hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig ges­tern ent­schie­den, dass das Elek­tro- und Elek­tronik­ge­rä­te­ge­setz mit den dar­in gere­gel­ten Her­stel­ler­pflich­ten nicht für einen Sport­schuh mit elek­tro­ni­scher Fer­sen­dämp­fung gilt.

Ein Schuh ist kein Elek­tro­ge­rät

Die Klä­ge­rin stellt einen sol­chen Lauf­schuh her. Des­sen Dämp­fung passt sich beim Lau­fen auto­ma­tisch dem Gewicht des Läu­fers und dem jewei­li­gen Unter­grund an. Dabei wird der modi­fi­zier­te Här­te­grad der Dämp­fung mit Hil­fe eines Sen­sors, eines Magne­ten und eines motor­be­trie­be­nen Kabel­sys­tems durch einen klei­nen Com­pu­ter gere­gelt. Die Beklag­te hält die elek­tro­ni­sche Dämp­fung des Schuhs für des­sen Haupt­zweck und ist des­halb der Ansicht, dass der Sport­schuh als Elek­tro­ge­rät im Sin­ne des Elek­tro- und Elek­tronik­ge­set­zes anzu­se­hen sei und den dar­in gere­gel­ten Bestim­mun­gen über die Regis­trie­rung, Rück­nah­me und Ent­sor­gung unter­lie­ge. Die Klä­ge­rin begehrt dem­ge­gen­über die Fest­stel­lung, dass die Ver­pflich­tun­gen des Elek­tro- und Elek­tronik­ge­set­zes für den von ihr her­ge­stell­ten und ver­trie­be­nen Sport­schuh nicht gel­ten. Sie geht davon aus, dass es sich bei dem Schuh in ers­ter Linie um einen Lauf­schuh han­delt, der auch bei einem Aus­fall des elek­tro­ni­schen Steue­rungs­sys­tems genutzt wer­den kann.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat dem Fest­stel­lungs­be­geh­ren der Klä­ge­rin statt­ge­ge­ben, die Beru­fung der Beklag­ten ist ohne Erfolg geblie­ben. Bei­de Instan­zen gin­gen davon aus, dass ein Lauf­schuh mit einem elek­tro­ni­schen Bau­teil kein Elek­tro­ge­rät im Sin­ne des Geset­zes dar­stel­le.

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat die­se Auf­fas­sung bestä­tigt und die Revi­si­on der Beklag­ten zurück­ge­wie­sen. Es hat zur Begrün­dung auf § 2 Abs. 1 Satz 1 Elek­troG ver­wie­sen, wonach die­ses Gesetz nur für Elek­tro­ge­rä­te gilt, die unter bestimm­te, im Gesetz auf­ge­führ­te Gerä­te­ka­te­go­rien fal­len. Sport­schu­he gehö­ren kei­ner die­ser abschlie­ßend auf­ge­führ­ten Kate­go­rien an. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat fest­ge­stellt, dass sie kei­ne “Sport­ge­rä­te” sind, son­dern der im Gesetz aus­drück­lich nicht erwähn­ten Kate­go­rie “Beklei­dung” zuzu­ord­nen sind.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 21. Febru­ar 2008 – 7 C 43.07