Gesell­schaf­ten aus EFTA-Staa­ten

Seit den „Inspi­re-Art” und „Überseering”-Entscheidungen des Euro­päi­schen Gerichts­hofs ist ent­schie­den, daß alle nach den Geset­zen irgend eines EU-Staa­tes gegrün­de­te Han­dels­ge­sell­schaf­ten (so etwa auch eine eng­li­sche „Limi­ted”/„Ltd.”) ihren Haupt­sitz auch in jedem ande­ren EU-Mit­glieds­staat begrün­den kön­nen, ohne dass ihnen des­we­gen dort die Rechts­fä­hig­keit abge­spro­chen wer­den dürf­te.

Gesell­schaf­ten aus EFTA-Staa­ten

Der Bun­des­ge­richts­hof hat nun­mehr die­se Recht­spre­chung des EuGH auf der Grund­la­ge des zwi­schen der EU und den EFTA-Staa­ten geschlos­se­nen Abkom­mens über den Euro­päi­schen Wirt­schafts­raum (EWR) auch auf sol­che Gesell­schaf­ten ange­wen­det, die zwar nicht in einem EU-Mit­glieds­land gegrün­det wur­den, dafür aber in einem Land des EFTA-Ver­bun­des. Damit sind auch die in Island, Liech­ten­stein und Nor­we­gen gegrün­de­ten Han­dels­ge­sell­schaf­ten in Deutsch­land gene­rell als rechts­fä­hig anzu­er­ken­nen.

Offen bleibt nach dem Urteil aller­dings noch die Behand­lung von Han­dels­ge­sell­schaf­ten mit Haupt­sitz in Deutsch­land, die nach Schwei­zer Recht gegrün­det wur­den. Die Schweiz ist zwar auch Mit­glied der EFTA, nimmt jedoch an dem EU-EFTA-Abkom­men über den Euro­päi­schen Wirt­schafts­raum nicht teil.

BGH, Urteil vom 19.09.2005 – Az.: II ZR 372/​03