Kapi­ta­ler­satz und Sanie­rungs­pri­vi­leg

Das Sanie­rungs­pri­vi­leg des § 32 a Abs. 3 Satz 3 GmbHG befreit von der Anwen­dung des gesam­ten Kapi­ta­ler­satz­rechts, d.h. sowohl der Novel­len­re­geln als auch der Recht­spre­chungs­re­geln zum Eigen­ka­pi­ta­ler­satz. Der Sanie­rungs­zweck erfor­dert dabei jedoch, dass – neben dem im Regel­fall als selbst­ver­ständ­lich zu ver­mu­ten­den Sanie­rungs­wil­len – nach der pflicht­ge­mä­ßen Ein­schät­zung eines objek­ti­ven Drit­ten im Augen­blick des Anteils­er­werbs die Gesell­schaft objek­tiv sanie­rungs­fä­hig ist und die für ihre Sanie­rung kon­kret in Angriff genom­me­nen Maß­nah­men zusam­men objek­tiv geeig­net sind, die Gesell­schaft in über­schau­ba­rer Zeit durch­grei­fend zu sanie­ren.

Kapi­ta­ler­satz und Sanie­rungs­pri­vi­leg

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 21. Novem­ber 2005 – II ZR 277/​03