Recht­li­ches Inter­es­se an einer Pfleg­schaft – und die Beschwer­de­be­rech­ti­gung

Zur Beschwer­de berech­tigt ist nach § 59 Abs. 1 FamFG nur, wer durch den Beschluss in sei­nen Rech­ten beein­träch­tigt ist. Das blo­ße recht­li­che Inter­es­se an der Anord­nung einer Pfleg­schaft genügt dafür grund­sätz­lich nicht 1.

Recht­li­ches Inter­es­se an einer Pfleg­schaft – und die Beschwer­de­be­rech­ti­gung

Zur Beschwer­de berech­tigt ist nach § 59 Abs. 1 FamFG nur, wer durch den Beschluss in sei­nen Rech­ten beein­träch­tigt ist. Das blo­ße recht­li­che Inter­es­se an der Anord­nung einer Pfleg­schaft genügt dafür grund­sätz­lich nicht 1. Aus­nahms­wei­se kann die Anord­nung einer Pfleg­schaft zur Wah­rung des Rechts auf Gewäh­rung effek­ti­ven Rechts­schut­zes auch im Inter­es­se eines Drit­ten gebo­ten sein, so dass der Drit­te gegen den Beschluss, mit dem die Anord­nung einer Pfleg­schaft abge­lehnt wird, beschwer­de­be­rech­tigt ist 2.

Die Aus­nah­me setzt vor­aus, dass dem Drit­ten ohne die Bestel­lung eines Pfle­gers der effek­ti­ve Rechts­schutz abge­schnit­ten wäre, was bereits im Rah­men der Beschwer­de­be­fug­nis dar­zu­le­gen ist 3.

Die tat­säch­li­chen Grund­la­gen einer Rechts­be­ein­träch­ti­gung, bei denen es sich um dop­pel­re­le­van­te Tat­sa­chen han­delt, die sowohl für die Zuläs­sig­keit als auch für die Begründ­etheit der Beschwer­de ent­schei­dend sind, müs­sen schlüs­sig vor­ge­tra­gen sein 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. Novem­ber 2016 – II ZB 19/​15

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 18.04.2012 XII ZB 623/​11, NJW 2012, 2039 Rn. 8[][]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 18.04.2012 XII ZB 623/​11, NJW 2012, 2039 Rn. 10; Beschluss vom 19.01.2011 XII ZB 326/​10, NJW 2011, 1739 Rn. 11 zur Anord­nung einer Betreu­ung[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 18.04.2012 XII ZB 623/​11, NJW 2012, 2039 Rn. 10[]
  4. vgl. BGH, Beschluss vom 24.04.2012 – II ZB 8/​10, ZIP 2012, 1097 Rn. 15 mwN[]