Ver­trags­schluss zwi­schen ver­bun­de­nen Unter­neh­men – und der Rechts­bin­dungs­wil­le

Die Fra­ge, ob bei einer Par­tei ein Rechts­bin­dungs­wil­le vor­han­den ist, ist danach zu beur­tei­len, ob die ande­re Par­tei unter den gege­be­nen Umstän­den nach Treu und Glau­ben mit Rück­sicht auf die Ver­kehrs­sit­te auf einen sol­chen Wil­len schlie­ßen muss­te.

Ver­trags­schluss zwi­schen ver­bun­de­nen Unter­neh­men – und der Rechts­bin­dungs­wil­le

Dies ist anhand objek­ti­ver Kri­te­ri­en auf­grund der Erklä­run­gen und des Ver­hal­tens der Par­tei­en zu ermit­teln, wobei vor allem die wirt­schaft­li­che und die recht­li­che Bedeu­tung der Ange­le­gen­heit, ins­be­son­de­re für den Begüns­tig­ten, sowie die Inter­es­sen­la­ge der Par­tei­en her­an­zu­zie­hen sind.

Dar­über hin­aus kann zur Beur­tei­lung der Fra­ge, ob die Par­tei­en mit Rechts­bin­dungs­wil­len gehan­delt haben, als Indiz auch ihr nach­träg­li­ches Ver­hal­ten her­an­ge­zo­gen wer­den.

Ob den Erklä­run­gen der Par­tei­en nach die­sen Maß­stä­ben ein Wil­le zur recht­li­chen Bin­dung zu ent­neh­men ist oder die Par­tei­en nur auf­grund einer außer­recht­li­chen Gefäl­lig­keit han­deln, ist eine Sache tatrich­ter­li­cher Wür­di­gung 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 21. Okto­ber 2015 – I ZR 173/​14

  1. BGH, Urteil vom 21.07.2005 – I ZR 312/​02, GRUR 2006, 56 Rn. 37 und 39 = WRP 2006, 96 – BOSS-Club, mwN[]