Voll­stre­ckungs­klau­sel und Umfir­mie­rung

Die Ertei­lung einer neu­en Voll­stre­ckungs­klau­sel ist nicht erfor­der­lich, wenn sich aus dem von der Gläu­bi­ge­rin vor­ge­leg­ten Han­dels­re­gis­ter­aus­zug ergibt, dass ledig­lich deren Fir­ma geän­dert wur­de und daher kein Fall der Rechts­nach­fol­ge vor­liegt.

Voll­stre­ckungs­klau­sel und Umfir­mie­rung

Die blo­ße Ände­rung des Namens oder der Fir­ma einer Par­tei steht der Voll­stre­ckung eines Titels nicht ent­ge­gen, wenn der Gläu­bi­ger dem zustän­di­gen Voll­stre­ckungs­or­gan die Per­so­nen­iden­ti­tät durch ent­spre­chen­de Urkun­den zwei­fels­frei nach­weist 1. Die Gläu­bi­ge­rin hat die­sen Nach­weis durch Vor­la­ge eines Aus­drucks aus dem Han­dels­re­gis­ter geführt.

Es ist auch nicht erfor­der­lich, die Umfir­mie­rung in der Voll­stre­ckungs­klau­sel zu ver­mer­ken. Die Voll­stre­ckungs­or­ga­ne sind aller­dings berech­tigt, die Iden­ti­tät der Par­tei­en zu prü­fen. Ein Voll­stre­ckungs­gläu­bi­ger, der es unter­lässt, einen die Iden­ti­tät klar­stel­len­den Ver­merk bei der Stel­le zu erwir­ken, die die voll­streck­ba­re Aus­fer­ti­gung des Titels erstellt (hat), läuft daher Gefahr, dass das Voll­stre­ckungs­or­gan die Durch­füh­rung der Voll­stre­ckung mit der Begrün­dung ver­wei­gert, die Par­teiiden­ti­tät las­se sich nicht zwei­fels­frei fest­stel­len. Das Voll­stre­ckungs­or­gan ist aber nicht gehin­dert, die Iden­ti­tät der Par­tei­en mit den in der Voll­stre­ckungs­klau­sel genann­ten Per­so­nen im Wege eige­ner Ermitt­lun­gen fest­zu­stel­len 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Mai 2012 – I ZB 65/​11

  1. BGH, Beschluss vom 21.07.2011 – I ZB 93/​10, NJW-RR 2011, 1335 Rn. 6 mwN[]
  2. vgl. BGH, NJW-RR 2011, 1335 Rn. 13 mwN[]