Die Direkt­bank – und der Scha­dens­er­satz wegen unter­las­se­ner Auf­klä­rung

Bei gestaf­fel­ter Ein­schal­tung meh­re­rer Wert­pa­pier­dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men besteht nur dann eine Warn­pflicht als Neben­plicht (§ 241 Abs. 2 BGB), wenn der Dis­count-Bro­ker die tat­säch­li­che Fehl­be­ra­tung des Kun­den bei dem in Auf­trag gege­be­nen Wert­pa­pier­ge­schäft ent­we­der posi­tiv kennt oder wenn die­se Fehl­be­ra­tung auf­grund mas­si­ver Ver­dachts­mo­men­te objek­tiv evi­dent ist [1].

Die Direkt­bank – und der Scha­dens­er­satz wegen unter­las­se­ner Auf­klä­rung

Danach ist eine Direkt­bank nur dann zur Auf­klä­rung über die arg­lis­ti­ge Täu­schung eines frei­en Ver­mitt­lers ver­pflich­tet, wenn sie die­se posi­tiv kennt oder sie auf­grund mas­si­ver Ver­dachts­mo­men­te objek­tiv evi­dent ist.

Inso­weit ver­neint der Bun­des­ge­richts­hof noch­mals [2] die Über­tra­gung der vom Bun­des­ge­richts­hof im Rah­men der Haf­tung der kre­dit­ge­ben­den Bank infol­ge eines kon­kre­ten Wis­sens­vor­sprungs ent­wi­ckel­ten Beweis­erleich­te­rung bei insti­tu­tio­na­li­sier­tem Zusam­men­wir­ken auf Fäl­le der vor­lie­gen­den Art abge­lehnt. Nach all­ge­mei­nen Grund­sät­zen ver­bleibt damit die Dar­le­gungs- und Beweis­last für die Kennt­nis beim (geschä­dig­ten) Anle­ger.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 4. März 2014 – XI ZR 178/​12 -

  1. BGH, Urteil vom 19.03.2013 – XI ZR 431/​11, BGHZ 196, 370 Rn. 27 mwN; zustim­mend Bal­zer, EWiR 2013, 365, 366; Thume/​Schenck zu Schweins­berg-Zügel, WuB – I G 1. 11.13[]
  2. so bereits BGH, Urteil vom 19.03.2013 – XI ZR 431/​11, BGHZ 196, 370 Rn. 31 ff.[]