Grie­chi­sche Umschul­dungs­maß­nah­men und deut­sche Gerichts­bar­keit

Es ist deut­schen Gerich­ten ver­wehrt, über die Recht­mä­ßig­keit der Umschul­dungs­maß­nah­me der Repu­blik Grie­chen­land zu befin­den.

Grie­chi­sche Umschul­dungs­maß­nah­men und deut­sche Gerichts­bar­keit

Es braucht vor­lie­gend – für den Fall der Rück­zah­lungs­kla­ge für grie­chi­sche Staats­an­lei­hen – weder ent­schie­den zu wer­den, ob die EuGV­VO auf die streit­ge­gen­ständ­li­che Fall­kon­stel­la­ti­on über­haupt anwend­bar ist, ob es sich also um eine zivil- oder han­dels­recht­li­che Strei­tig­keit han­delt, noch ob sich danach die inter­na­tio­na­le und ört­li­che Zustän­dig­keit des LG Kon­stanz aus einem der in der EuGV­VO vor­ge­se­he­nen beson­de­ren Gerichts­stän­de her­lei­ten lie­ße. Die jewei­li­gen tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen der in Betracht kom­men­den Gerichts­stän­de (Artt. 5 Nr. 1 a, b, Nr. 3, 15 Abs. 1 c, 16 I EuGV­VO), um deren Vor­lie­gen die Par­tei­en eine inten­si­ve Aus­ein­an­der­set­zung füh­ren, müs­sen daher nicht wei­ter geprüft wer­den.

Ent­schei­dend ist näm­lich, dass es, gleich­gül­tig an wel­chem Gerichts­stand, deut­schen Gerich­ten gene­rell ver­wehrt ist, über die Recht­mä­ßig­keit der Umschul­dungs­maß­nah­me der Repu­blik Grie­chen­land zu befin­den. Das LG Kon­stanz (sowie jedes ande­re inlän­di­sche Gericht) kann einen Erfül­lungs­an­spruch aus der streit­ge­gen­ständ­li­chen Anlei­he schon des­halb nicht zuspre­chen, weil die­se infol­ge des hoheit­li­chen Han­delns der Beklag­ten, näm­lich der Ver­ab­schie­dung des Geset­zes 4050/​2012 durch das grie­chi­sche Par­la­ment sowie des­sen Aus­füh­rung durch die zustän­di­gen Regie­rungs­or­ga­ne, nicht mehr exis­tiert. Ein auf die­sen Vor­gang gestütz­ter – ver­trag­li­cher oder delik­ti­scher – Scha­dens­er­satz­an­spruch wür­de dem­ge­gen­über vor­aus­set­zen, dass die Rechts­wid­rig­keit der zur Umset­zung des Schul­den­schnitts getrof­fe­nen Maß­nah­men im Ein­zel­nen fest­ge­stellt wer­den könn­te. Nach­dem sich die grie­chi­sche Regie­rung und die Zen­tral­bank aber im Rah­men der durch das Gesetz geschaf­fe­nen Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge gehal­ten haben, wür­de dies wie­der­um bedeu­ten, dass letzt­lich das Gesetz selbst an höher­ran­gi­gem Recht zu mes­sen und ggf. für unwirk­sam zu erklä­ren wäre. Dies aber ist, nach­dem sich die Beklag­te mit Recht auf den Grund­satz der Staa­ten­im­mu­ni­tät beru­fen hat, nicht mög­lich. Fehlt es aber aus die­sen Grün­den an der Gerichts­bar­keit über­haupt, so ist die EuGV­VO von vor­ne­her­ein sach­lich unan­wend­bar 1.

Im Ein­zel­nen ist hier­zu Fol­gen­des aus­zu­füh­ren:

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat bereits im Jah­re 1963 2 fest­ge­stellt, dass den Staa­ten nach den all­ge­mei­nen Regeln des Völ­ker­rechts Immu­ni­tät von inlän­di­scher Gerichts­bar­keit zusteht, wenn und soweit es um die Beur­tei­lung ihres hoheit­li­chen Ver­hal­tens (sog. "acta iure impe­rii") geht. Dabei ist die Qua­li­fi­ka­ti­on der in Rede ste­hen­den Tätig­keit eines aus­län­di­schen Staa­tes als hoheit­lich oder nicht­ho­heit­lich grund­sätz­lich nach natio­na­lem Recht vor­zu­neh­men. Für die Abgren­zung kommt es im Ein­zel­fall dar­auf an, ob der aus­län­di­sche Staat in Aus­übung der ihm zuste­hen­den Hoheits­ge­walt, also öffent­lich-recht­lich, oder wie eine Pri­vat­per­son im kom­mer­zi­el­len Bereich, mit­hin pri­vat­recht­lich (sog. "acta iure ges­tio­nis"), tätig gewor­den ist. Ob dies der Fall ist, rich­tet sich wie­der­um nicht nach dem Motiv oder Zweck, son­dern nach der Art und Natur der zu beur­tei­len­den staat­li­chen Hand­lung oder des strei­ti­gen Rechts­ver­hält­nis­ses 3. All­ge­mein aner­kannt ist, dass zu dem Bereich hoheit­li­cher Tätig­keit – neben bei­spiels­wei­se der Aus­übung der mili­tä­ri­schen oder poli­zei­li­chen Gewalt oder der Rechts­pfle­ge – ins­be­son­de­re die Gesetz­ge­bung zu rech­nen ist.

Die­ser Grund­satz der Staa­ten­im­mu­ni­tät als aner­kann­te Regel des Völ­ker­rechts genießt gem. Art. 25 GG auch im Inland Ver­fas­sungs­rang, hat in der Vor­schrift des § 20 II GVG sei­nen gesetz­ge­be­ri­schen Nie­der­schlag gefun­den und ist daher für die deut­schen Gerich­te ver­bind­lich. Die – von Amts wegen zu prü­fen­de – deut­sche Gerichts­bar­keit darf folg­lich nicht aus­ge­übt wer­den, wenn eine Ent­schei­dung in der Sache völ­ker­rechts­wid­rig in die Sou­ve­rä­ni­tät eines ande­ren Staa­tes im Bereich von des­sen hoheit­li­cher Tätig­keit ein­grei­fen wür­de 4.

Eben dies aber wäre vor­lie­gend der Fall: Die Klä­ger machen gel­tend, das vom grie­chi­schen Par­la­ment am 23.02.2012 ver­ab­schie­de­te Gesetz 4050/​2012, auf des­sen Grund­la­ge das Abstim­mungs­ver­fah­ren unter den betei­lig­ten Anlei­he­gläu­bi­gern in Gang gesetzt und nach Errei­chen des vor­ge­se­he­nen Quo­rums das Ergeb­nis als für alle Anle­ger ver­bind­lich fest­ge­stellt wur­de, sei wegen "ekla­tan­ter" Ver­stö­ße gegen rechts­staat­li­che Prin­zi­pi­en als nich­tig zu betrach­ten. Dies erge­be sich schon aus sei­ner Unver­ein­bar­keit mit der Eigen­tums­ga­ran­tie nach Art. 14 GG sowie mit Art. 9 und 20 GG. Auch gemes­sen an ver­gleich­ba­ren Bestim­mun­gen der grie­chi­schen Ver­fas­sung sowie der Euro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on sei das Gesetz rechts­wid­rig.

Woll­te ein deut­sches Gericht die­ses Vor­brin­gen nun aber inhalt­lich über­prü­fen, so wür­de es zwei­fel­los gera­de in den Kern­be­reich hoheit­li­cher Betä­ti­gung des Staa­tes Grie­chen­land, näm­lich in des­sen Gesetz­ge­bung, ein­grei­fen. Dies ist, wie dar­ge­legt, gene­rell nicht zuläs­sig: Es steht deut­schen Gerich­ten schlicht nicht zu, die Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit eines aus­län­di­schen Geset­zes – und zwar weder nach Maß­ga­be der Ver­fas­sung des betref­fen­den Staa­tes noch gar nach den Maß­stä­ben des deut­schen Grund­ge­set­zes – zu hin­ter­fra­gen. Nur am Ran­de sei in die­sem Zusam­men­hang dar­auf hin­ge­wie­sen, dass selbst ein deut­sches (Bun­des-) Gesetz aus­schließ­lich durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt für unwirk­sam erklärt wer­den könn­te (Art. 100 I GG).

Auch der Gesichts­punkt des ord­re public (Art. 6 EGBGB), nach dem einem aus­län­di­schen Gesetz unter engen Vor­aus­set­zun­gen die Aner­ken­nung ver­wei­gert wer­den kann, hilft – ent­ge­gen der von den Klä­gern ver­tre­te­nen Auf­fas­sung – nicht wei­ter. Schon der gedank­li­che Ansatz ist falsch: Es geht vor­lie­gend ja nicht dar­um, dass ein deut­sches Gericht in einer zivil­recht­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung mit Aus­lands­be­rüh­rung auf­grund der Regeln des inter­na­tio­na­len Pri­vat­rechts das aus­län­di­sche mate­ri­el­le Recht im Inland anzu­wen­den hät­te, wobei sich dann in der Tat u.U. die Fra­ge stel­len könn­te, ob die­se Rechts­an­wen­dung im kon­kre­ten Fall zu einem untrag­ba­ren Wider­spruch zu grund­le­gen­den deut­schen Rechts- und Wert­vor­stel­lun­gen füh­ren wür­de. Viel­mehr wur­de durch das betref­fen­de Gesetz und des­sen Umset­zung in Grie­chen­land selbst eine bestimm­te Rechts­la­ge geschaf­fen. Die­se mag sich zwar im Ergeb­nis auch in Deutsch­land (und ande­ren Staa­ten) nach­tei­lig für ein­zel­ne Anle­ger wie etwa die Klä­ger aus­wir­ken; als Fak­tum ist sie gleich­wohl hin­zu­neh­men. Anders aus­ge­drückt: Wenn infol­ge der Aus­füh­rung des Geset­zes 4050/​2012 in Grie­chen­land die in den Bonds ver­brief­ten For­de­rungs­rech­te ein­ge­zo­gen, aus­ge­bucht und damit ver­nich­tet wor­den sind, so kann dies nicht unter Beru­fung auf den deut­schen ord­re public – also dar­auf, dass eine sol­che Ent­eig­nung nach unse­ren Maß­stä­ben mög­li­cher­wei­se als grund­ge­setz­wid­rig ange­se­hen wer­den könn­te – gewis­ser­ma­ßen rück­gän­gig gemacht wer­den.

Die Klä­ger kön­nen sich auch nicht dar­auf beru­fen, dass die Beklag­te vor­lie­gend nicht hoheit­lich, son­dern pri­vat­recht­lich ("acta iure ges­tio­nis") tätig gewor­den sei.

Rich­tig dar­an ist nur, dass die ursprüng­li­che Emis­si­on der streit­ge­gen­ständ­li­chen Anlei­hen, durch die sich der grie­chi­sche Staat auf den Finanz­märk­ten mit dem nöti­gen Kapi­tal zu sei­ner Finan­zie­rung ver­sorg­te, unzwei­fel­haft fis­ka­li­scher Natur war 5. Dies ist jedoch nicht das Pro­blem: Viel­mehr geht es um die Fra­ge, wel­cher Natur die Ein­zie­hung der Anlei­hen war. Wenn die Klä­ger aus den streit­ge­gen­ständ­li­chen Anlei­hen noch einen pri­mä­ren Erfül­lungs­an­spruch oder aber, weil die Beklag­te die­se im Rah­men des Schul­den­schnitts ein­ge­zo­gen und für nich­tig erklärt hat, einen ver­trag­li­chen oder delik­ti­schen Scha­dens­er­satz­an­spruch gel­tend machen, so ist zunächst zu kon­sta­tie­ren, dass ihnen auf­grund des Geset­zes 4050/​2012 alle dies­be­züg­li­chen Ansprü­che ent­zo­gen wor­den sind. Die­se Ent­zie­hung erfolg­te zwar nicht schon im Wege der Lega­lent­eig­nung, also durch das genann­te Gesetz selbst, son­dern erst – nach­dem die erfor­der­li­chen Abstim­mungs­mehr­hei­ten zustan­de gekom­men waren – infol­ge von des­sen Umset­zung durch Beschlüs­se des Minis­ter­rats und die dar­auf­hin ergan­ge­nen Anwei­sun­gen an die grie­chi­sche Zen­tral­bank. Mit dem nach der Gläu­bi­ger­ab­stim­mung ("collec­tive-action-Pro­zess") erfolg­ten (Zwangs-) Umtausch der Bonds hat aber die grie­chi­sche Regie­rung nur das durch­ge­führt, was das Gesetz 4050/​2012 vor­sah; sie beweg­te sich somit im Rah­men der gesetz­li­chen Ermäch­ti­gung. Nach Maß­ga­be der grie­chi­schen Geset­zes­la­ge han­del­te sie des­halb in jedem Fall recht­mä­ßig 6. Selbst wenn jedoch die Exe­ku­tiv­or­ga­ne den Ermäch­ti­gungs­rah­men über­schrit­ten hät­ten, wäre dies als Hoheits­akt durch ein deut­sches Gericht nicht über­prüf­bar. Ein greif­ba­rer Rechts­ver­stoß – etwa wegen Unver­ein­bar­keit des Geset­zes 4050/​2012 mit der grie­chi­schen Ver­fas­sung – könn­te des­halb allen­falls in dem Umstand gese­hen wer­den, dass eben die­se Geset­zes­la­ge durch das Par­la­ment, also durch hoheit­li­ches Han­deln, geschaf­fen wor­den war. Gera­de dies aber ent­zieht sich der Kon­trol­le durch ein deut­sches Gericht.

Dass die grie­chi­sche Zen­tral­bank selbst, wie sie in einem an den Staats­ge­richts­hof gerich­te­ten Schrift­satz geäu­ßert hat, der Mei­nung ist, bei dem Anlei­hen­tausch nicht hoheit­lich, son­dern fis­ka­lisch gehan­delt zu haben, kann an die­ser Beur­tei­lung nichts ändern: Wie vor­ste­hend bereits dar­ge­legt, obliegt die Unter­schei­dung zwi­schen hoheit­li­cher und nicht­ho­heit­li­cher Staats­tä­tig­keit nicht den han­deln­den Orga­nen des betref­fen­den aus­län­di­schen Staa­tes, son­dern sie ist grund­sätz­lich nach dem natio­na­len Recht des ange­ru­fe­nen Gerichts, hier also nach deut­schem Recht vor­zu­neh­men 7.

Die vor­lie­gen­de Fall­kon­stel­la­ti­on ist auch nicht mit dem Fall der Argen­ti­ni­en-Anlei­hen ver­gleich­bar:

Nach der ab 1999 ver­schärf­ten Finanz­kri­se und der dar­auf fol­gen­den Staats­plei­te hat­te die Repu­blik Argen­ti­ni­en durch ein Gesetz aus dem Jah­re 2002 den "öffent­li­chen Not­stand" erklärt und auf der Grund­la­ge einer dar­auf­hin erlas­se­nen Ver­ord­nung die Bedie­nung der Aus­lands­schul­den durch die Regie­rung vor­läu­fig aus­ge­setzt, um in der so gewon­ne­nen Zeit den Schul­den­dienst ins­ge­samt neu ord­nen zu kön­nen. Deut­sche Anle­ger hat­ten dar­auf­hin gegen die Repu­blik Argen­ti­ni­en auf Erfül­lung ihrer Ansprü­che aus den auch auf dem deut­schen Kapi­tal­markt auf­ge­leg­ten Staats­an­lei­hen geklagt. Die hier­mit befass­ten Zivil­ge­rich­te hat­ten sich an einer Sach­ent­schei­dung nicht durch Immu­ni­täts­ge­sichts­punk­te gehin­dert gese­hen 8.

Der ent­schei­den­de Unter­schied zum vor­lie­gen­den Fall lag indes dar­in, dass die Repu­blik Argen­ti­ni­en bei der Emis­si­on der Anlei­hen aus­drück­lich "unwi­der­ruf­lich" auf die Staa­ten­im­mu­ni­tät "in Bezug auf ihre Ver­pflich­tun­gen aus den Schuld­ver­schrei­bun­gen" ver­zich­tet und sich dem­entspre­chend auch, jeden­falls in den Erkennt­nis­ver­fah­ren, gar nicht auf ihre Immu­ni­tät beru­fen hat­te. Die Rück­zah­lungs­kla­gen konn­ten des­halb ohne Wei­te­res der fis­ka­li­schen, nicht­ho­heit­li­chen Staats­tä­tig­keit zuge­ord­net wer­den; zumin­dest aber stand infol­ge des Ver­zichts der Gesichts­punkt etwai­gen hoheit­li­chen Han­delns einer Ent­schei­dung durch deut­sche Gerich­te nicht ent­ge­gen. Dem­ge­gen­über haben die Klä­ger im vor­lie­gen­den Fall gera­de nicht auf­zei­gen kön­nen, dass das grie­chi­sche Gesetz 2198/​1994, auf des­sen Grund­la­ge die Emis­si­on der streit­ge­gen­ständ­li­chen Anlei­hen ursprüng­lich erfolgt war, einen ähn­li­chen Immu­ni­täts­ver­zicht beinhal­tet hät­te.

Gegen­stand einer zu die­sem Kom­plex ergan­ge­nen Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts war denn auch nur, ob der Staat Argen­ti­ni­en berech­tigt war, gegen­über Pri­vat­per­so­nen die Erfül­lung pri­vat­recht­li­cher Zah­lungs­an­sprü­che unter Beru­fung auf einen wegen Zah­lungs­un­fä­hig­keit erklär­ten Staats­not­stand zeit­wei­se zu ver­wei­gern 9. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt urteil­te, dass jeden­falls kei­ne all­ge­mei­ne Regel des Völ­ker­rechts fest­stell­bar sei, aus der sich eine sol­che Berech­ti­gung her­lei­ten lie­ße. Die Fra­ge, ob die Repu­blik Argen­ti­ni­en sich wegen der Aus­set­zung des Schul­den­diens­tes nicht viel­leicht unter dem Gesichts­punkt hoheit­li­chen Han­delns auf Immu­ni­tät beru­fen konn­te, spiel­te in die­sem Zusam­men­hang – nach dem vor­ste­hend erwähn­ten Ver­zicht kon­se­quent – kei­ne Rol­le.

In einer zwei­ten Ent­schei­dung befass­te sich das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt mit der Fra­ge, auf wel­che Wei­se gegen den aus­län­di­schen Staat voll­streckt wer­den kann 10: Kon­kret ging es dar­um, ob der in den Anlei­he­be­din­gun­gen ent­hal­te­ne pau­scha­le Immu­ni­täts­ver­zicht Argen­ti­ni­ens sich auch dar­auf erstreck­te, dass damit auch im Voll­stre­ckungs­ver­fah­ren die Immu­ni­tät bezüg­lich hoheit­lich genutz­ten Ver­mö­gens auf­ge­ho­ben war, ob also das beson­de­rem diplo­ma­ti­schem Schutz unter­lie­gen­de Bot­schafts­kon­to gepfän­det wer­den konn­te – was das BVerfG ver­nein­te. Auch aus die­ser Ent­schei­dung kön­nen die Klä­ger mit­hin nichts für ihre Rechts­po­si­ti­on her­lei­ten.

Damit hat es im Ergeb­nis dabei zu ver­blei­ben, dass die Kla­ge man­gels deut­scher Gerichts­bar­keit unzu­läs­sig ist.

Land­ge­richt Kon­stanz, Urteil vom 19. Novem­ber 2013 – 2 O 132/​13 B

  1. vgl. Stür­ner, Staa­ten­im­mu­ni­tät und Brüs­sel I-Ver­ord­nung, IPrax 2008, 197, 203[]
  2. BVerfG, NJW 1963, 1732; bestä­tigt in BVerfG NJW 2006, 2542; vgl. fer­ner BGH NJW 1979, 1101[]
  3. s. auch BGH, Beschluss vom 30.01.2013, III ZB 40/​12[]
  4. s. auch OLG Stutt­gart, Beschluss vom 06.06.2013 – 5 W 17/​13[]
  5. BVerfG NJW 2007, 2605 Rz. 35 betr. Argen­ti­ni­en-Anlei­hen[]
  6. so auch LG Düs­sel­dorf, Urteil vom 21.03.2013 – 11 O 397/​12[]
  7. BGH NJW 1979, 1101[]
  8. vgl. insb. OLG Frank­furt, Beschluss vom 29.04.2008 – 8 U 201/​07[]
  9. s. BVerfG NJW 2007, 2610[]
  10. BVerfG NJW 2007, 2605[]