Trans­pa­renz­sys­tem für Leer­ver­käu­fe von Finanz­ak­ti­en

Die Bun­des­an­stalt für Finanz­dienst­leis­tungs­auf­sicht hat heu­te mit einer All­ge­mein­ver­fü­gung fest­ge­legt, dass Markt­teil­neh­mer Net­to-Leer­ver­kaufs­po­si­tio­nen in aus­ge­wähl­ten Finanz­ti­teln ab einer Schwel­le von 0,2 % der BaFin mit­tei­len und ab 0,5 % ver­öf­fent­li­chen müs­sen.

Trans­pa­renz­sys­tem für Leer­ver­käu­fe von Finanz­ak­ti­en

Betrof­fen von der Rege­lung sind sämt­li­che Trans­ak­tio­nen, die wirt­schaft­lich betrach­tet zu einer Net­to-Leer­ver­kaufs­po­si­ti­on in Akti­en der fol­gen­den Unter­neh­men füh­ren:

  • Aare­al Bank AG
  • Alli­anz SE
  • Gene­ra­li Deutsch­land Hol­ding AG
  • Com­merz­bank AG
  • Deut­sche Bank AG
  • Deut­sche Bör­se AG
  • Deut­sche Post­bank AG
  • Han­no­ver Rück­ver­si­che­rung AG
  • MLP AG
  • Mün­che­ner Rück­ver­si­che­rungs-Gesell­schaft AG

Die Rege­lung tritt am 25. März 2010, 0:00 Uhr, in Kraft und gilt zunächst bis zum 31. Janu­ar 2011, 24:00 Uhr.

Die BaFin begrün­de­te die­se Maß­nah­me mit der Not­wen­dig­keit, eine Rege­lung zu eta­blie­ren, die es der Auf­sicht ermög­li­che, im Bedarfs­fall früh­zei­tig und schnell auf Basis einer deut­lich ver­bes­ser­ten Infor­ma­ti­ons­grund­la­ge gezielt gegen Leer­ver­käu­fe vor­zu­ge­hen, die Gefah­ren für die ord­nungs­ge­mä­ße Durch­füh­rung des Wert­pa­pier­han­dels und die Sta­bi­li­tät des Finanz­sys­tems begrün­den.

Die Rege­lung sieht ein zwei­stu­fi­ges Trans­pa­renz­sys­tem vor:

  • Der BaFin gemel­det wer­den müs­sen zunächst Net­to-Leer­ver­kaufs­po­si­tio­nen ab 0,2 % der aus­ge­ge­be­nen Akti­en der genann­ten Gesell­schaf­ten. Wei­te­re Mel­dun­gen sind bei Errei­chen, Über- oder Unter­schrei­ten jeweils wei­te­rer 0,1 % fäl­lig.
  • Ab 0,5 % erfolgt zusätz­lich eine Ver­öf­fent­li­chung der Posi­ti­on in anony­mi­sier­ter Form auf der Web­site der BaFin.

Erfasst wer­den neben gedeck­ten und unge­deck­ten Leer­ver­käu­fen in den betrof­fe­nen Akti­en auch ande­re Posi­tio­nen aus börs­lich oder außer­börs­lich gehan­del­ten Finanz­in­stru­men­ten, wel­che im Ergeb­nis einer Leer­ver­kaufs­po­si­ti­on in Akti­en ent­spre­chen (z.B. Ver­kauf von Futures, Kauf von Ver­kaufs­op­tio­nen, Con­tracts for Dif­fe­rence, unab­hän­gig davon, ob eine phy­si­sche Belie­fe­rung oder ein Bar­aus­gleich erfolgt). Mit­tei­lungs- und ver­öf­fent­li­chungs­pflich­tig sind die jewei­li­gen Inha­ber der Posi­tio­nen. Aus­nah­me­re­ge­lun­gen bestehen für Mar­ket Maker, soweit das Geschäft zur Erfül­lung ihrer ver­trag­li­chen Pflich­ten erfor­der­lich ist.

Die All­ge­mein­ver­fü­gung ori­en­tiert sich hin­sicht­lich der Net­to-Leer­ver­kaufs­po­si­tio­nen und der zu mel­den­den Schwel­len an den am 2. März 2010 ver­öf­fent­lich­ten Vor­schlä­gen des Com­mit­tee of Euro­pean Secu­ri­ties Regu­la­tors (CESR) für ein gesamt­eu­ro­päi­sches Trans­pa­renz­sys­tem für Net­to-Leer­ver­kaufs­po­si­tio­nen, an deren Erar­bei­tung die BaFin maß­geb­lich betei­ligt war.

Bun­des­an­stalt für Finanz­dienst­leis­tungs­auf­sicht, All­ge­mein­ver­fü­gung vom 4. März 2010