Keine privaten Sportwettenvermittler mehr in Rheinland-Pfalz

Nach mehreren aktuellen Entscheidungen des Verwaltungsgerichts Trier ist ein generelles Verbot von privaten Sportwettenvermittlern in Rheinland-Pfalz inzwischen rechtmäßig. Die Untersagung der Annahme und Vermittlung von Sportwetten durch private Sportwettenvermittler sei, so die Trierer Verwaltungsrichter, entgegen der früheren Rechtsprechung in Rheinland-Pfalz inzwischen auf der Grundlage der zwischenzeitlichen maßgeblichen Änderungen im Glücksspielrecht rechtlich zulässig.

Keine privaten Sportwettenvermittler mehr in Rheinland-Pfalz

So habe das Land Rheinland-Pfalz nunmehr die Mehrheit der Geschäftsanteile der Lotto Rheinland-Pfalz GmbH übernommen und der Landesgesetzgeber habe in Reaktion auf die bisherige Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz im Dezember 2008 das Landesglücksspielgesetz geändert. Durch die Gesetzesänderung sei nun gewährleistet, dass Sportwetten nur durch staatlich kontrollierte Annahmebüros vermittelt werden dürften, die in qualitativer Hinsicht bestimmten Anforderungen genügen müssten. Zudem sei die Zahl der Annahmestellen begrenzt worden (bis zum 31. Dezember 2011 auf landesweit insgesamt 1150), was dem Zweck diene, das Glücksspielangebot einerseits zwar zu begrenzen, andererseits jedoch ein ausgewogen verteiltes und kontrollierbares Vertriebsnetz zur Verfügung zu stellen, um ein Ausweichen auf illegale Glücksspiele zu verhindern. Ferner seien weitere – vom Bundesverfassungsgericht in seinem Sportwettenurteil1 zur Eindämmung der Spiel- und Wettsucht geforderte – Maßnahmen umgesetzt worden, wie Werbeverbot im Internet, Fernsehen und per Telefon.

Durch dieses Gesamtkonzept sei das staatliche Sportwettenmonopol in Rheinland-Pfalz nunmehr geeignet, die Wettleidenschaft aktiv zu begrenzen und die Wettsucht zu bekämpfen, sodass die damit verbundene Einschränkung des Grundrechts der Berufsfreiheit zulässig sei. Dies entspreche auch der jüngsten Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs in seiner Entscheidung “Liga Portuguesa de Futebol”2.

Das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz in Koblenz hatte bereits vor zwei Monaten in einem Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes die gleichen Konsequenzen aus dem geänderten rheinland-pfälzischen Landesglückspielgesetz gezogen.

Verwaltungsgericht Trier , Beschlüsse vom 9. September 2009, – 1 L 443/09.TR, 1 L 469/09.TR u.a.

  1. BVerfG, Urteil vom 28.03.2006 – 1 BvR 1054/01 []
  2. EuGH, Urteil vom 08.09.2009 – C-42/07 []