Krankenhausapotheker muss vor Ort sein können

Ein Apotheker aus Münster kann keine Erlaubnis erhalten zur Versorgung eines Krankenhauses in Bremen mit Arzneimitteln. Diesen Bescheid des Kreises Warendorf hat das Verwaltungsgericht Münster in einem jetzt bekannt gegebenen Urteil bestätigt.

Krankenhausapotheker muss vor Ort sein können

Die St. Franziskus-Hospital GmbH mit Sitz in Ahlen hatte sich 2006 in einem Versorgungsvertrag mit einem Krankenhaus in Bremen verpflichtet, das Krankenhaus als alleinversorgende Apotheke dreimal in der Woche zu beliefern und ein Notfalllager für selten gebrauchte, lebenswichtige Medikamente zu unterhalten. Akut notwendige Medikamente sollten nach telefonischer Anforderung des Arztes gegebenenfalls mit einem Taxi von Ahlen nach Bremen geliefert werden. Außerdem war vereinbart worden, dass der Krankenhausapotheker im ersten Vertragsmonat an einem Werktag in der Woche vor Ort zur Verfügung stehe und zusätzlich erwünschte Beratungen vor Ort extra vergütet würden. Im Mai 2006 lehnte der Kreis Warendorf die Genehmigung des Vertrags mit der Begründung ab, es sei nicht sichergestellt, dass das Krankenhaus in Bremen unverzüglich mit Notfallmedikamenten beliefert werde; außerdem sei die persönliche Beratung durch den Krankenhausapotheker nicht gewährleistet.

Die hiergegen erhobene Klage wies das Verwaltungsgericht Münster nunmehr ab. In den Entscheidungsgründen des Urteils heißt es unter anderem: Der Versorgungsvertrag entspreche nicht den Vorgaben des Apothekengesetzes. Dieses verlange nicht nur eine jederzeit abrufbare Beratung durch einen Apotheker, sondern stelle auf dessen persönliche Beratung ab. Grundgedanke sei die im öffentlichen Interesse gebotene Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Arzneimittelversorgung der Bevölkerung. Für einen Krankenhausapotheker heiße dies, dass er die Ärzte des Krankenhauses über Arzneimittel zu informieren und zu beraten habe. Voraussetzung einer solchen, ordnungsgemäßen Beratung sei es, dass der Beratende alle Informationen erhalte, die für seine Dienstleistung erforderlich seien. Dafür müsse er sich tatsächlich mit den Ärzten besprechen können. Dies setze voraus, dass er auch persönlich anwesend sei, um sich gegebenenfalls selbst ein Bild des Arzneimittelbedarfs und der -therapie zu verschaffen. Demgegenüber sei im Versorgungsvertrag – abgesehen vom ersten Monat des Vertragslaufs – keine Beratung durch einen Apotheker vor Ort vorgesehen, eine solche persönliche Beratung vielmehr nur als Extraleistung qualifiziert worden. Vor diesem Hintergrund könne es offen bleiben, ob die in Notfällen erforderliche unverzügliche Belieferung des Krankenhauses in Bremen mit Arzneimitteln sichergestellt sei.

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