Mobil­funk ./​. Kabel­fern­se­hen

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln hat einen Eil­an­trag der Fir­ma Kabel Baden-Würt­tem­berg GmbH & Co. KG abge­lehnt, mit dem die für den April 2010 geplan­te Ver­stei­ge­rung von Fre­quen­zen für den Mobil­funk im Bereich von 800 MHz vor­erst aus­ge­setzt wer­den soll­te. Über Eil­an­trä­ge ande­rer Unter­neh­men ist bis­her nicht ent­schie­den wor­den.

Mobil­funk ./​. Kabel­fern­se­hen

Die Antrag­stel­le­rin betreibt in Baden Würt­tem­berg ein Kabel­netz, über das sie Free- und Pay-TV- Ange­bo­te sowie Inter­net-Zugän­ge anbie­tet. Aus­ge­hend von ver­schie­de­nen tech­ni­schen Stu­di­en befürch­tet sie, dass die zukünf­ti­ge Nut­zung der Fre­quen­zen im Bereich von 800 MHz zu Stö­run­gen in ihrem Kabel­netz, ins­be­son­de­re bei den dar­an ange­schlos­sen Kabel­mo­dems, Recei­vern und Set-Top Boxen führt. Sie hält die Ver­ga­be der Fre­quen­zen des­we­gen für rechts­wid­rig, solan­ge nicht sicher­ge­stellt ist, dass sol­che Stö­run­gen nicht ein­tre­ten wer­den. Aus die­sem Grun­de hat sie gegen die Ent­schei­dung der Bun­des­netz­agen­tur, die­se Fre­quen­zen für den Mobil­funk zu ver­ge­ben, Kla­ge erho­ben, über die noch nicht ent­schie­den ist. Den zeit­gleich gestell­ten Antrag, die auf­schie­ben­de Wir­kung der Kla­ge mit dem Ziel der Ver­hin­de­rung der Ver­stei­ge­rung zum vor­ge­se­he­nen Ter­min anzu­ord­nen hat das Gericht nun abge­lehnt.

Die befürch­te­ten Stö­run­gen recht­fer­tig­ten nach Ansicht des Ver­wal­tungs­ge­richts Köln aber nicht die Aus­set­zung des Ver­ga­be­ver­fah­rens für die Fre­quen­zen. Sie führ­ten nicht dazu, dass die vor­ge­se­he­nen Fre­quenz­nut­zun­gen mit den Kabel­nut­zun­gen der Antrag­stel­le­rin als von vorn­her­ein unver­träg­lich anzu­se­hen sei­en. Falls erfor­der­lich, kön­ne auf­tre­ten­den Stö­run­gen des­we­gen auch noch mit spä­te­ren Maß­nah­men begeg­net wer­den.

Der Beschluss des Ver­wal­tungs­ge­richts ist unan­fecht­bar. Gericht­li­che Ent­schei­dun­gen wegen der von der Bun­des­netz­agen­tur geplan­ten Fre­quenz­ver­ga­be wird es aber in nächs­ter Zeit noch reich­lich geben: Beim Ver­wal­tungs­ge­richt Köln sind fünf wei­te­re Kla­gen von Kabel­netz­be­trei­bern und Rund­funk­ver­an­stal­tern gegen die Fre­quenz­ver­stei­ge­rung anhän­gig, die auf befürch­te­te tech­ni­sche Stö­run­gen durch die bevor­ste­hen­de Mobil­funk­nut­zung der Fre­quen­zen im 800- MHz- Band gestützt sind. Wann die­se Kla­gen ent­schie­den wer­den, ist der­zeit noch nicht abseh­bar. Sechs wei­te­re Kla­gen von Unter­neh­men, die sich an der Ver­stei­ge­rung betei­li­gen wol­len, die­se aber gleich­wohl voll­stän­dig oder jeden­falls wegen ein­zel­ner Ver­stei­ge­rungs­be­din­gun­gen für rechts­wid­rig hal­ten, hat das Gericht für den 17. März 2010 zur münd­li­chen Ver­hand­lung ter­mi­niert. Auch die­se Unter­neh­men haben Eil­an­trä­ge gestellt, über die noch nicht ent­schie­den wor­den ist.

Ver­wal­tungs­ge­richt Köln, Beschluss vom 8. März 2010 – 21 L 1851/​09