Neue Ver­gü­tung für Solar­strom

Das Bun­des­ka­bi­nett hat in sei­ner heu­ti­gen Sit­zung eine For­mu­lie­rungs­hil­fe für den Ent­wurf eines Geset­zes zur Ände­rung des Erneu­er­ba­re-Ener­gien-Geset­zes beschlos­sen. Ziel des Geset­zes ist es, einen dyna­mi­schen Aus­bau der Solar­ener­gie bei gleich­zei­tig sin­ken­den Ver­gü­tun­gen und damit Kos­ten sicher­zu­stel­len. Die For­mu­lie­rungs­hil­fe wird nun von den Regie­rungs­frak­tio­nen in das par­la­men­ta­ri­sche Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren ein­ge­bracht. Hät­te die Bun­des­re­gie­rung den Geset­zes­ent­wurf selbst in das Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren ein­ge­bracht, hät­te der Ent­wurf vor der Ein­brin­gung in den Deut­schen Bun­des­tag zunächst noch dem Bun­des­rat zur Stel­lung­nah­me zuge­lei­tet wer­den müs­sen, was mit dem Kunst­griff der "For­mu­lie­rungs­hil­fe" umgan­gen wird.

Neue Ver­gü­tung für Solar­strom

Nach Ansicht der Bun­des­re­gie­rung hat der der­zei­ti­ge Ver­fall der Markt­prei­se um bis zu 40 Pro­zent bei Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen zu einer Über­för­de­rung und zu wirt­schaft­li­chen Fehl­an­rei­zen geführt, wes­we­gen die künf­ti­ge Ver­gü­tung für Solar­strom an die aktu­el­le Markt­ent­wick­lung ange­passt wer­den soll:

  • Für Dach­an­la­gen die Ver­gü­tung in die­sem Jahr zusätz­lich ein­ma­lig um 16% sin­ken,
  • bei Frei­flä­chen­an­la­gen auf Kon­ver­si­ons­flä­chen ein­ma­lig um 11% und
  • bei sons­ti­gen Flä­chen um 15 Pro­zent.

Die neu­en För­de­rungs­re­geln sol­len bereits zum 1. Juli 2010 in Kraft tre­ten.

Die Ziel­mar­ke für das jähr­li­che Aus­bau­vo­lu­men wird von 1.700 Mega­watt auf 3.500 Mega­watt nahe­zu ver­dop­pelt. Außer­dem wird die jähr­li­che Absen­kung der Ver­gü­tung, die so genann­te Degres­si­on, stär­ker an das Markt­wachs­tum ange­passt. Wird das Aus­bau­ziel von jähr­lich 3.500 Mega­watt über­schrit­ten, sin­ken die Ver­gü­tungs­sät­ze zum Jah­res­en­de 2010 um 2 Pro­zent und im Jahr 2011 um 3 Pro­zent pro 1.000 Mega­watt zusätz­li­chem Aus­bau­vo­lu­men über den im EEG regu­lär vor­ge­se­he­nen Degres­si­ons­satz von 9 Pro­zent hin­aus. Unter­schrei­tet das Markt­wachs­tum die Unter­gren­ze von 2.500 Mega­watt, sin­ken die Ver­gü­tungs­sät­ze lang­sa­mer.

Dar­über hin­aus soll der Eigen­ver­brauch von Strom aus Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen künf­tig stär­ker geför­dert wer­den. Pri­vat­haus­hal­te, die ihren Solar­strom selbst ver­brau­chen, gewin­nen künf­tig acht statt drei Cent pro Kilo­watt­stun­de. Von der stär­ke­ren För­de­rung des Eigen­ver­brauchs, pro­fi­tiert nach Ansicht der Bun­des­re­gie­rung zudem auch das Gewer­be, denn die Rege­lung wird auf Anla­gen bis zu einer Grö­ße von 800 Kilo­watt aus­ge­dehnt.

Im Jahr 2009 wur­den rund 3.000 Mega­watt neue Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen instal­liert. Damit sind Anla­gen mit einer Leis­tung von ins­ge­samt rund 9.000 MW in Betrieb. Rund 100 Solar­un­ter­neh­men erwirt­schaf­te­ten 2009 nach ers­ten Schät­zun­gen einen Umsatz von rund 9 Mil­li­ar­den Euro und sichern zusam­men mit dem betei­lig­ten Hand­werk rund 60.000 Arbeits­plät­ze.