Oran­ge-Book-Stan­dard

Der aus einem Patent in Anspruch genom­me­ne Beklag­te kann gegen­über dem Unter­las­sungs­be­geh­ren des kla­gen­den Patent­in­ha­bers ein­wen­den, die­ser miss­brau­che eine markt­be­herr­schen­de Stel­lung, wenn er sich wei­ge­re, mit dem Beklag­ten einen Patent­li­zenz­ver­trag zu nicht dis­kri­mi­nie­ren­den und nicht behin­dern­den Bedin­gun­gen abzu­schlie­ßen.

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Miss­bräuch­lich han­delt der Patent­in­ha­ber jedoch nur, wenn der Beklag­te ihm ein unbe­ding­tes Ange­bot auf Abschluss eines Lizenz­ver­tra­ges gemacht hat, an das er sich gebun­den hält und das der Patent­in­ha­ber nicht ableh­nen darf, ohne gegen das Dis­kri­mi­nie­rungs- oder das Behin­de­rungs­ver­bot zu ver­sto­ßen, und wenn der Beklag­te, solan­ge er den Gegen­stand des Patents bereits benutzt, die­je­ni­gen Ver­pflich­tun­gen ein­hält, die der abzu­schlie­ßen­de Lizenz­ver­trag an die Benut­zung des lizen­zier­ten Gegen­stan­des knüpft.

Hält der Beklag­te die Lizenz­for­de­rung des Patent­in­ha­bers für miss­bräuch­lich über­höht oder wei­gert sich der Patent­in­ha­ber, die Lizenz­ge­bühr zu bezif­fern, genügt dem Erfor­der­nis eines unbe­ding­ten Ange­bots ein Ange­bot auf Abschluss eines Lizenz­ver­tra­ges, bei dem der Lizenz­ge­ber die Höhe der Lizenz­ge­bühr nach bil­li­gem Ermes­sen bestimmt.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 6. Mai 2009 – KZR 39/​06